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3. August 2026

5 Tagesausflüge und 2 Rundreisen ab Marrakesch

Miete dir ein Auto, um das Beste von Marokko zu sehen

Marrakesch übt schon seit langem eine große Anziehungskraft auf Reisende aus. Waren es in den 1960er Jahren vor allem Hippies, die in die Stadt strömten, so ist das Reisepublikum heute sehr vielfältig. Diese Stadt im Süden Marokkos – der Name des Landes leitet sich übrigens von Marrakesch ab – hat daher auch viel zu bieten, vor allem die alte, von einer Stadtmauer umgebene Altstadt. Diese Medina wird vom hohen Minarett der Koutoubia-Moschee dominiert, ganz in der Nähe des großen Platzes Djemaa-el-Fna. Der erwacht vor allem abends zum Leben – mit unzähligen Imbissständen, Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern, Zauberern und Musikern. Hinter diesem Platz lässt es sich wunderbar in den farbenfrohen Souks verlaufen. Verlaufen, ja, denn das gehört zum Bummeln durch diese Gassen und Gässchen einfach dazu, wo du bei den duftenden Auslagen mit Kräutern, Gewürzen, Gemüse, Obst und vielem mehr aus dem Staunen nicht mehr herauskommst. Viele Gassen sind auf bestimmte Berufe spezialisiert. So findest du Gerber, Metzger, Schmiede, Zimmerleute und Teppichhändler meist ganz in der Nähe zueinander. Vergiss nicht, der Kasbah Mechouar im Süden der Altstadt einen Besuch abzustatten.

Abends erwacht der Platz Djemaa el-Fna in Marrakesch zum Leben und das Koutoubia-Minarett ist wunderschön beleuchtet.
Abends erwacht der Platz Djemaa el-Fna in Marrakesch zum Leben und das Koutoubia-Minarett ist wunderschön beleuchtet. (Foto: https://unsplash.com/@zoltantasi)

1. Tagesausflüge ab Marrakesch

Die Lage von Marrakesch macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für einige der schönsten Tagesausflüge, die du in Marokko unternehmen kannst. Und das Angebot ist zudem sehr abwechslungsreich: von wunderschönen (Surf-)Stränden über schroffe Berge, authentische Dörfer, fruchtbare Täler und grüne Oasen bis hin zu Wüstentouren. Viele der Tagesausflüge, die wir unten beschreiben, liegen weniger als drei Autostunden von Marrakesch entfernt, aber wir haben auch einige mehrtägige Touren hinzugefügt. Natürlich kannst du diese verschiedenen Touren zu einer großen Rundreise kombinieren. Wir hoffen, dich dazu zu inspirieren, in Marrakesch ein Auto zu mieten, denn glaub uns: Mit einem Mietwagen erlebst du in Marokko angenehme Überraschungen und einen Urlaub voller Leben und Farbe!

Désert d’Agafay / Lalla Takerkoust

Keine Zeit für eine lange Fahrt in die Sahara? Auch ganz in der Nähe von Marrakesch findest du ein weitläufiges Wüstengebiet. In etwa 45 Minuten fährst du mit einem Mietwagen von Marrakesch zum Dorf Agafay, das am Rande der gleichnamigen Wüste liegt. Die karge, trockene Landschaft ist dank der bizarren Felsen alles andere als eintönig. Im Frühling (der „Regenzeit“, von Mitte März bis Ende Mai) kann sich nach Regenfällen sogar ein farbenprächtiges Blumenmeer entfalten.

Der atemberaubende Kontrast zwischen dem Wasser des Lalla Takerkoust, der umliegenden Wüste und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Der atemberaubende Kontrast zwischen dem Wasser des Lalla Takerkoust, der umliegenden Wüste und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. (Foto: https://unsplash.com/@abdelhamid_az)

Neben Kamelritten ist das Quadfahren sehr beliebt. Dafür fährst du übrigens am besten über die P2009 (Route d’Amizmiz), denn entlang dieser Straße gibt es viele Anbieter von Quad-Touren. Unterwegs kommst du am Staudamm von Lalla Takerkoust vorbei. Das Wasser des Stausees bildet einen schönen Kontrast zur umliegenden Wüste und den schneebedeckten Gipfeln des Atlasgebirges im Hintergrund. Es gibt jede Menge Wassersportmöglichkeiten: Jetski, Kajak und Wakeboarden. An den Ufern des Sees gibt es verschiedene Restaurants und Hotels, darunter auch sehr luxuriöse. Apropos Luxus: Glamping ist in der Wüste von Agafay ebenfalls sehr beliebt. Du hast eine große Auswahl, um eine Nacht in der Wüste zu verbringen und den Sonnenuntergang sowie den Sternenhimmel zu genießen.

Oued Ourika

Am besten fährst du früh mit deinem Mietwagen los, um einen Tagesausflug ins wunderschöne Ourika-Tal zu machen, das gut eine Autostunde von Marrakesch entfernt liegt. Das Dorf Ourika, nur dreißig Kilometer von der Stadt entfernt, ist erst der Anfang einer Tour durch dieses grüne Tal voller kristallklarer Flüsse, Stromschnellen und Wasserfälle. Während du am größten Fluss entlangfährst, siehst du verschiedene Fußgängerbrücken über dem Wasser. Diese führen zu Picknickplätzen, und du musst nicht einmal dein eigenes Essen mitbringen – dafür sorgen die lokalen Köche! Während du das Rauschen des Flusses hörst, lässt es sich wunderbar eine Tajine und andere marokkanische Gerichte genießen. Zwischen Oualmas und Asguine gibt es auch Möglichkeiten zum Rafting (abhängig vom Wasserstand).

Ein farbenfrohes Restaurant am Fluss im Ourika-Tal in Marokko.
Ein farbenfrohes Restaurant am Fluss im Ourika-Tal in Marokko. (Foto: https://unsplash.com/@mattf96)

Etwa eine Autostunde nach Ourika erreichst du das Dorf Setti Fatma, das vor allem für die sieben Wasserfälle in der Umgebung bekannt ist. Der Aufstieg zum höchsten Wasserfall ist ziemlich steil und der Weg besteht hauptsächlich aus größeren und kleineren Geröllsteinen, es ist also nicht ganz einfach zu laufen. Zieh dir gute Wanderschuhe an. Zurück in Setti Fatma kannst du natürlich auch in diesem Dorf wieder die berberische Küche genießen, bevor du mit dem Mietwagen zurück nach Marrakesch fährst. Oder mach unterwegs Halt in Oualmas, wo es weniger voll ist und du direkt am Fluss auch tolle kleine Restaurants findest.

Wenn du Gärten magst, solltest du unbedingt den Anima Garden besuchen, der etwas hinter Ourika liegt, wenn du in Richtung Marrakesch fährst. Nicht nur die Wildblumen, Kakteen, Palmen und Wasserspiele machen diesen Garten paradiesisch, sondern auch die außergewöhnlichen Skulpturen und anderen Objekte des österreichischen Künstlers André Heller vor der Kulisse hoher Berge.

Jebel Toubkal / Oukaïmeden

Fast überall in Marrakesch hast du einen Blick auf den majestätischen Gipfel des Toubkal, der von Dezember bis Mai mit Schnee bedeckt ist. Mit 4.167 Metern ist dieser Berg der höchste Punkt Nordafrikas. Die Besteigung schaffst du nicht an einem Tag, dafür musst du mindestens zwei Tage einplanen. Mit einem Mietwagen fährst du aber bequem in anderthalb Stunden zum Ausgangspunkt Imlil, der in einem grünen Tal liegt. Der Aufstieg zum Gipfel des Jebel Toubkal ist technisch nicht schwierig, aber es ist eine anspruchsvolle Tour, für die du eine gute Kondition brauchst. Am ersten Tag wanderst du zu zwei Berghütten (Refuge du Toubkal und Refuge Les Mouflons), am zweiten Tag erklimmst du die letzten tausend Meter bis zum Gipfel. Von diesem höchsten Punkt aus hast du einen herrlichen Panoramablick und bei klarem Wetter kannst du sogar Marrakesch sehen, das 65 Kilometer entfernt liegt.

Die Besteigung des Toubkal ist technisch nicht schwierig, aber du musst dafür schon gut in Form sein.
Die Besteigung des Toubkal ist technisch nicht schwierig, aber du musst dafür schon gut in Form sein. (Foto: https://unsplash.com/@mr_sarma)

Du kannst dich auch für weniger anspruchsvolle Bergwanderungen in der Nähe des Dorfes Oukaïmeden entscheiden. Im Sommer ist dies ein beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner von Marrakesch, um der Hitze in der Stadt zu entfliehen. Neben Wanderwegen, die an malerischen Berberdörfern vorbeiführen, gibt es verschiedene Routen zum Bouldern und du kannst dort auch Paragliding betreiben. In der Umgebung von Oukaïmeden wurden viele Felszeichnungen aus der Bronzezeit entdeckt. Das Besondere daran ist, dass diese Zeichnungen abstrakte Motive aufweisen. Im Winter verwandelt sich das Dorf in ein Skigebiet, wobei dich ein Lift auf den Gipfel des Jebel Attar in über 3200 Metern Höhe bringt. Im Januar und Februar hast du die größten Chancen auf gute Schneeverhältnisse.

Ouzoud-Wasserfälle

Die beeindruckenden Wasserfälle bei Ouzoud in Marokko.
Die beeindruckenden Wasserfälle bei Ouzoud in Marokko. (Foto: https://unsplash.com/@mr_sarma)

Mit deinem Mietwagen fährst du in etwa zweieinhalb Stunden nach Ouzoud, das für einen beeindruckenden, ganze 110 Meter hohen Wasserfall bekannt ist. Es ist nicht nur ein einziger Wasservorhang, der hinabstürzt, sondern der Wasserfall besteht aus verschiedenen Strömen und Zwischenplateaus. Rund um die herabstürzenden Ströme gibt es verschiedene Aussichtspunkte entlang zweier Wege: den „natürlichen“ Weg und den gepflasterten Weg mit Treppen. Mit einem kleinen Boot kannst du ganz nah an den unteren Teil des Wasserfalls herankommen. Natürlich sind die Wasserfälle nach einer Regenperiode am beeindruckendsten – und das ist in Marokko im Frühling der Fall. Am Ende des Sommers und im Herbst sind die Wasserfälle weniger voll. Außerdem empfehlen wir dir, so früh wie möglich nach Ouzoud zu fahren, um den größten Andrang zu vermeiden. Oder du buchst eine Übernachtung, damit du die Wasserfälle ganz früh am Morgen besichtigen kannst, bevor die organisierten Touren aus Marrakesch ankommen (gegen 11 Uhr). Auch am späten Nachmittag ist es viel ruhiger und die Wasserfälle werden zudem wunderschön von der Sonne beleuchtet.

Aït Benhaddou / Ouarzazate

Die Fahrt von Marrakesch nach Aït Benhaddou dauert gut drei Stunden, aber das ist es absolut wert. Mit deinem Mietwagen fährst du über die kurvenreiche N9 durch das Atlasgebirge zu einem historischen Ort: einem Ksar (befestigtes Dorf) an einer Kreuzung alter Karawanenrouten aus der Sahara. Aber schon während der Fahrt dorthin kannst du atemberaubende Ausblicke in vollen Zügen genießen, zum Beispiel am Tizi N’Tichka-Pass. Biege danach, kurz vor dem Dorf Aguelmouss, links ab (P1506). Du fährst dann durch die Täler von Telouet und Ounila mit noch mehr schönen Aussichtspunkten. Bei Tazakhte siehst du Höhlenwohnungen. Die Kasbah von Aït Benhaddou ist ein wunderschönes Beispiel für berberische Lehmarchitektur. Sie kommt dir vielleicht bekannt vor, denn die Gebäude waren in großen Filmen wie „Lawrence von Arabien“, „Gladiator“, „Unter dem Himmel von Afrika“ und der Fernsehserie „Game of Thrones“ zu sehen. Steige auf den Gipfel des Hügels, um einen atemberaubenden Blick über das Tal zu genießen und die einzigartige Architektur zu bewundern.

Die berühmte Wüstenstadt Aït Benhaddou in Marokko.
Die berühmte Wüstenstadt Aït Benhaddou in Marokko. (Foto: https://unsplash.com/@knikodinovski)

Etwa dreißig Kilometer von Aït Benhaddou entfernt liegt Ouarzazate (ausgesprochen: Warzazaat), das als Tor zur Sahara bekannt ist. Auch diese Stadt hat eine imposante Kasbah (Taourirt), die in einigen Filmen als Kulisse diente. Die Kasbah ist nur teilweise zugänglich. Gegenüber befindet sich ein kleines Museum mit alten Filmsets, Requisiten und Filmausrüstung. Die Filmgeschichte von Ouallywood wird in den Atlas Studios, etwa drei Kilometer westlich der Stadt (an denen du also mit deinem Mietwagen vorbeigefahren bist, als du aus Aït Benhaddou kamst), so richtig lebendig. Bei der Führung durch die verschiedenen Filmsets erfährst du mehr über die Entwicklung der Filmindustrie in Marokko.

Etwa vierzig Kilometer nordöstlich von Ouarzazate liegt die Oase Skoura. Sie hat nicht nur eine wunderschön restaurierte Kasbah (Amridil), sondern ist auch ein sehr angenehmer Ort zum Übernachten, wenn du vorhast, weiterzureisen. Es gibt viele schöne Boutique-Hotels und Pensionen, meist mit Pool.

2. Mehrtägiger Ausflug in Richtung Sahara

Dank des Hohen Atlas ist Marrakesch keine Wüstenstadt, aber hinter diesen Bergen beginnt der Vorposten der Sahara. Ebenfalls dank des Hohen Atlas fließen Flüsse durch dieses trockene Gebiet, wodurch wunderschöne grüne Täler und Oasen entstanden sind. Um diese mit dem Mietwagen zu besuchen, bist du von Marrakesch aus mehrere Tage unterwegs.

Draa-Tal

Sobald du mit deinem Mietwagen Ouarzazate verlässt, fährst du durch eine unendlich weite und karge Landschaft. Mach kurz Halt auf dem Tizi’n-Tinifift-Pass, um die raue Landschaft mit ihrer tiefen Schlucht zu genießen. Nach diesem Pass auf 1.698 Metern Höhe fährst du hinunter ins fruchtbare, grüne Draa-Tal. Östlich der Kleinstadt Agdz gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus du gut sehen kannst, wie Millionen von Palmen in diesem Tal wachsen. Die Dörfer im Draa-Tal blühten ab dem Ende des 16. Jahrhunderts dank der Karawanen auf, die durch die Sahara zogen und Gold, Salz und Gewürze transportierten. Dieser Reichtum musste verteidigt werden, wovon die Kasbahs und Ksour (befestigte Dörfer) zwischen den Palmen zeugen.

Im Draa-Tal liegen rot gestrichene Häuser, umgeben von grünen Palmen, mit pastellfarbenen Bergen im Hintergrund.
Im Draa-Tal liegen rot gestrichene Häuser, umgeben von grünen Palmen, im Hintergrund ragen pastellfarbene Berge empor. (Foto: https://unsplash.com/@sickle)

Ein schönes Beispiel ist die Kasbah von Tamnougalt und das angrenzende befestigte Dorf. Hier lebten nicht nur Berber, sondern auch Juden und Araber, die alle ihre Häuser auf ihre eigene Weise schmückten. In der Kasbah kannst du übernachten, aber rechne nicht mit großem Luxus. Andere interessante alte Dörfer im Draa-Tal sind Timidert und Tansikht, wo die Kasbah schön restauriert wurde.

Zagora / Erg Chigaga

Fast am Ende des Draa-Tals liegt die Kleinstadt Zagora, das Tor zu den Sanddünen der Sahara. Einst brachen hier Karawanen zur Reise nach Timbuktu auf, für die die Kamele 52 Tage brauchten, wie die Wandmalerei im Stadtzentrum bezeugt. Ein kleines Stückchen in diese Richtung liegt M’Hamid El Ghizlane, nicht weit von den Sanddünen von Erg Chigaga entfernt. Mit deinem Mietwagen kommst du dort übrigens nicht hin, es sei denn, es ist ein Geländewagen. Von M’Hamid aus kannst du die Dünen nur mit einem Geländewagen, auf einem Kamel oder mit einem Offroad-Motorrad unter Begleitung eines lokalen Führers erreichen. Eine Übernachtung in der Wüste ist ein großartiges Erlebnis, bei dem du den Sonnenuntergang, den unglaublichen Sternenhimmel und den Sonnenaufgang genießen kannst. Natürlich wirst du mit köstlichem marokkanischem Essen und frisch gebackenem Brot verwöhnt. Obwohl es in der Wüste tagsüber glühend heiß ist, kühlt es abends und nachts stark ab – pack also am besten mehrere Schichten Kleidung ein.

Erg Chigaga ist weniger überlaufen als das beliebtere Erg Chebbi.
Erg Chigaga ist weniger überlaufen als das beliebtere Erg Chebbi. (Foto: https://unsplash.com/@fbazanegue)

Rissani / Erg Chebbi

Von Zagora aus kannst du mit einem Mietwagen über die N12 in dreieinhalb Stunden nach Rissani fahren. Die meisten Leute verbringen nur wenig Zeit in diesem Städtchen und fahren fast sofort weiter nach Merzouga, am Rande der Wüste Erg Chebbi. Wenn du schon in Erg Chigaga warst, kannst du die Wüste bei Merzouga auslassen. Die Sanddünen sind hier zwar höher, aber der Ort ist – vor allem in der Hochsaison – sehr überlaufen und touristisch. Natürlich kannst du auch hier in der Wüste übernachten, auf einem Kamel reiten oder mit einem Quad durch den Sand brausen. Westlich von Merzouga liegt Dayet Srji, ein Salzsee, der nur in der Regenzeit Wasser führt und dann besondere Wüstenvögel anzieht.

Todra-Schlucht

Die Todra-Schlucht: senkrechte Felswände und eine Straße, die immer schmaler wird.
Die Todra-Schlucht: senkrechte Felswände und eine Straße, die immer schmaler wird.

Von Rissani aus sind es etwa zwei Stunden Fahrt bis zum Städtchen Tinghir. Biege dort von der Hauptstraße ab, um die spektakulären Klippen der Todra-Schlucht (auch Todgha-Schlucht genannt) zu besichtigen. Wenn du montags in Tinghir bist, kannst du den Wochenmarkt besuchen, auf dem lokal angebaute Datteln und Oliven in Hülle und Fülle angeboten werden. Die Hauptstraße durch die Todra-Schlucht ist asphaltiert, aber um die steilen Felswände (bis zu gut 300 Meter hoch) wirklich zu erleben, parkst du deinen Mietwagen am besten auf einem der Parkplätze am Anfang und legst die Strecke zu Fuß zurück. Für Bergsteiger sind die Felsen eine Herausforderung, der sie nicht widerstehen können.

Die Straße von der Todra-Schlucht über Agoudal ins Dadès-Tal (R704) ist wunderschön und größtenteils asphaltiert, aber etwa zwanzig Kilometer sind Schotterpiste, und dort kann die Straße sehr schmal sein. Mach das also nur, wenn du ein Auto mit Allradantrieb gemietet hast und keine Angst vor schmalen Bergstraßen hast. Es gibt Pläne, auch diese letzten Kilometer zu asphaltieren, und dann kannst du dort sogar mit einem normalen Mietwagen die Aussicht auf fast dreitausend Metern Höhe genießen.

Dadès-Schlucht

Die meisten Leute fahren über die N10 von Tinghir ins bezaubernde Dadès-Tal mit seinem mäandernden Fluss und den mit Dattelpalmen übersäten Oasen, die sich mit traditionellen Berberdörfern abwechseln. Die umliegenden Felsen bestehen abwechselnd aus Kalkstein und rostfarbenem Sandstein, wodurch sie faszinierende Muster bilden. In der Kleinstadt Boumalne Dadès nimmst du die oben erwähnte R704, um dem Fluss zu folgen und in die Schlucht hineinzufahren.

Die Haarnadelkurven auf der Straße durch das Dadès-Tal.
Die Haarnadelkurven auf der Straße durch das Dadès-Tal. (Foto: https://unsplash.com/@allmnr22)

Dieser Teil der Straße ist asphaltiert, weist aber einige ziemlich spektakuläre Haarnadelkurven auf. Halt an den vielen Aussichtspunkten an, um die beeindruckende Landschaft zu genießen. Der berühmteste Aussichtspunkt befindet sich beim Restaurant Timzzillite, von wo aus du gut sehen kannst, wie sich die Straße aus der Schlucht hinaufschlängelt. Dies ist ein Abschnitt der sogenannten „Route der 1000 Kasbahs“, die durch Täler und Canyons führt und einen ständigen Wechsel zwischen trockenen Landschaften und üppiger Vegetation entlang der Flüsse bietet.

Zurück nach Ouarzazate

Wenn du über die N10 in Richtung Südwesten fährst, kommst du nach Kelaat M’Gouna, der Hauptstadt des Vallée des roses. Vor allem im späten Frühling sind die blühenden Rosenfelder ein atemberaubender Anblick. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Bevölkerung unzählige Verwendungsmöglichkeiten für Rosen gefunden: von duftendem Rosenwasser und luxuriösem Rosenöl bis hin zu Kosmetikprodukten auf Basis der Blüten. Am besten erkundest du das Rosental mit einem Mietwagen, indem du von Kelaat M’Gouna aus nach Norden fährst, entlang des kleinen Flusses Assif M’Goun.

Wir haben Skoura oben bereits als schönen Ort zum Übernachten erwähnt, aber du solltest auf jeden Fall auch die Palmeraie de Skoura besuchen. Die wunderschönen Gärten werden durch ein komplexes unterirdisches Bewässerungssystem versorgt, und dort flattern verschiedene bunte Vögel herum. Die Dattelpalmen bringen mehr als zwanzig verschiedene Sorten dicker, süßer Früchte hervor.

3. Mehrtägiger Ausflug an die Küste

Essaouira

Jeden Morgen findet in Essaouira ein lebhafter Fischmarkt statt.
Jeden Morgen findet in Essaouira ein lebhafter Fischmarkt statt. (Foto: https://unsplash.com/@oh_my_gosh)

Wusstest du, dass Marrakesch gar nicht so weit von der Atlantikküste entfernt ist? Nach Essaouira sind es nur zweieinhalb Stunden Fahrt, und schon bist du in einer ganz anderen Welt, weit weg vom etwas chaotischen Marrakesch. Innerhalb der Stadtmauern findest du natürlich eine Medina, aber wie die vielen Galerien zeigen, auch eine lebendige Künstlergemeinde. Am Hafen herrscht morgens reges Treiben, wenn die Fischer den Fang von ihren leuchtend blauen Booten zum Markt bringen. Natürlich kannst du den frischen Fisch gleich an den verschiedenen Grillständen in der Nähe probieren, zusammen mit leckerem, frisch gebackenem Brot und marokkanischen Salaten. Am Hafen findest du auch die Festung Skala du Port mit ihren Kanonen, mit denen sich die Stadt früher gegen Piraten verteidigte. Heutzutage ist es ein schöner Ort, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Das geht auch von der mächtigen Stadtmauer „Skala de la Ville“ aus, über die du spazieren kannst. Dank des Nordwestwinds ist Essaouira ein Paradies für Wind- und Kitesurfer, genau wie die weiter südlich gelegenen Orte Taghazout und Tamraght. An der rauen Küste bei Taghazout ist der sogenannte „Killer Point“ bei erfahrenen Surfern sehr beliebt. Dieser Spot ist übrigens nicht besonders gefährlich, sondern wird so genannt, weil dort manchmal Orcas (auf Englisch: „Killer Whales“) zu sehen sind.

Agadir

Essaouira ist nicht wirklich ein Badeort, Agadir hingegen schon. Das ist allerdings nur dann ein Reiseziel für dich, wenn du Lust auf richtiges Feiern, Tanzen und Trinken hast. Die Stadt ist voller Hotels und die Strände sind dort sehr belebt, vor allem mit vielen jungen Urlaubern. Daran ist zwar nichts auszusetzen (wir waren alle mal jung), aber wenn du dich dort nicht wohlfühlst, solltest du Agadir lieber meiden. Allerdings fällt der Meeresboden an diesem Badeort sehr flach ab, wodurch der Strand hervorragend für Kinder geeignet ist. Und wenn du mit Kindern unterwegs bist, haben die bestimmt Lust auf einen Tag am Meer.

Vallée du Paradis

Eine Autostunde von Agadir entfernt liegt das Vallée du Paradis (bei Imouzzer Ida Ou Tanane), eine atemberaubende Oase im Atlasgebirge: üppiges Grün, Palmen, Wasserfälle und kristallklare Seen. Dort kannst du lange Wanderungen auf den Bergpfaden unternehmen, die dich oberhalb der Klippen rund um den Fluss Tamraght führen. Es ist herrlich, im erfrischenden Wasser der Felsbecken zu schwimmen. Zumindest, wenn der Wasserstand hoch genug ist, was gegen Ende der Trockenzeit manchmal etwas enttäuschend sein kann. Das Paradies-Tal kannst du nicht verfehlen, wenn du mit deinem Mietwagen auf der P1001 fährst. Entlang der Straße ist die Richtung deutlich auf einem Schild mit der Aufschrift „La route d’Alma – Vallée du Paradis“ ausgeschildert.

Taroudant (das kleine Marrakesch)

Die fünf Kilometer lange Stadtmauer von Taroudant ist in perfektem Zustand.
Die fünf Kilometer lange Stadtmauer von Taroudant ist in perfektem Zustand.

Von Agadir aus fährst du in weniger als anderthalb Stunden nach Taroudant, einer wunderschönen, vollständig von einer Stadtmauer umgebenen Stadt mitten im fruchtbaren Souss-Tal. Wenn du bei deiner Ankunft den Eindruck hast, dass diese Stadt etwas von Marrakesch hat, dann liegst du richtig. Taroudant wird auch „kleines Marrakesch“ genannt, aber ohne die Hektik, das Chaos und den Lärm seines größeren Bruders. Allein schon die ockergelben Stadtmauern sind wunderschön, denn sie sind völlig intakt. Du kannst mit einer Pferdekutsche um sie herumfahren. Innerhalb dieser Mauern gibt es zwei große Souks. Im arabischen Souk (vor Ort als Kissaria bekannt) findest du vor allem handwerkliche Produkte aus Keramik, Metall und Leder. Hier geht es viel gemächlicher zu als in Marrakesch. Außerdem sind die Preise niedriger und die Qualität höher. Der Souk der Berber (Jnane Jamaa) bietet vor allem Gemüse, Obst, Kräuter, Gewürze und Küchenutensilien. Außerdem findest du dort schönen, farbenfrohen Schmuck.

Tizi n’ Test

Auf dem Rückweg nach Marrakesch fährst du über den spektakulären Gebirgspass Tizi n’ Test. Niederländer nennen ihn manchmal scherzhaft „’t Is een Test“, denn es ist eine anspruchsvolle Strecke. Der Anfang ist noch einfach; du fährst durch das fruchtbare Souss-Tal, mit den Gipfeln des Hohen Atlas auf der einen Seite und den Bergen des Anti-Atlas auf der anderen. Dann beginnt der Aufstieg über eine Reihe von Haarnadelkurven zum Gebirgspass auf über zweitausend Metern Höhe. Unterwegs hast du einen herrlichen Blick auf tiefe Täler und schroffe Berge. Die Herberge „Sunset“ am Gebirgspass wurde beim Erdbeben von 2023 zerstört, aber der Besitzer arbeitet hart am Wiederaufbau – und du hilfst ihm, indem du hier eine Tajine bestellst.

Ouirgane-Tal

Die Fahrt von Agadir nach Marrakesch dauert mindestens fünf Stunden – und das auch nur, wenn du unterwegs nirgendwo anhältst. Am besten unterbrichst du die Fahrt also irgendwo, und Ouirgane ist dafür wie geschaffen. Es ist ein etwas verschlafenes Berberdörfchen am Fuße des Hohen Atlas in einem schönen, grünen Tal. Hier kannst du problemlos mehrere Tage verbringen und die Ruhe genießen. Es gibt verschiedene Gästehäuser, die ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung sind.

Einfache Fahrt

Die Straßen durch den Mittleren Atlas (zwischen Marrakesch und Fès) sind hervorragend.
Die Straßen durch den Mittleren Atlas (zwischen Marrakesch und Fès) sind hervorragend. (Foto: https://unsplash.com/@paradigmvisuals)

Marrakesch ist eine der vier marokkanischen Königsstädte, die anderen drei sind Fès, Meknès und Rabat. Diese Städte werden so genannt, weil sie alle vier in der Vergangenheit von einem Sultan zur Hauptstadt erklärt wurden. Fès ist die älteste ehemalige Hauptstadt und ein fantastisches Reiseziel. Das kleinere und ebenfalls sehr schöne Meknès liegt ganz in der Nähe, aber beide Städte sind etwa 500 Kilometer von Marrakesch entfernt, und das ist natürlich zu weit für einen Tagesausflug. Die Strecke durch den Mittleren Atlas ist wunderschön, aber extra den ganzen Weg zurück nach Marrakesch zu fahren … Nun, das musst du gar nicht, denn in Marokko kannst du ein Auto für eine sogenannte Einwegmiete mieten. Das bedeutet, dass du den Mietwagen zum Beispiel in Marrakesch abholst und in Fès, Rabat oder sogar Tanger zurückgibst. So kannst du eine wunderschöne, lange Reise durch Marokko unternehmen, ohne zum Ausgangspunkt zurückfahren zu müssen. Wähle in unserem Suchformular einen anderen Rückgabeort aus, und wir zeigen dir nur die Mietwagen an, bei denen das möglich ist. Für diese Einwegmiete zahlst du einen Aufpreis, der aber viel geringer ausfällt, als du vielleicht denkst.

Wann solltest du in Marrakesch ein Auto mieten?

Die besten Reisezeiten für Marokko sind der Frühling und der Herbst: von Anfang April bis Mitte Juni und von September bis November. Die Temperaturen sind angenehm und es ist eine tolle Zeit, um überall im Land spazieren zu gehen und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Im Sommer ist es fast überall in Marokko sehr heiß, außer direkt an der Küste. Viele Einheimische ziehen es daher gerade in den Sommermonaten vor, an Orte am Atlantik oder am Mittelmeer zu fahren. Obwohl es im Winter deutlich abkühlen kann, ist Marrakesch auch in den Wintermonaten ein tolles Reiseziel. Tagsüber sind die Temperaturen immer noch angenehm und es ist viel weniger los als im Frühling oder Herbst.

Warum einen Mietwagen in Marokko

Obwohl es zwischen den größeren Orten in Marokko gute öffentliche Verkehrsmittel gibt, kannst du die schönsten Sehenswürdigkeiten nur mit einem Mietwagen erreichen. Wenn du kein Auto mietest, kostet das Zurücklegen der Entfernungen sehr viel Zeit, und das ist schade, wenn du das Beste aus deinem Urlaub herausholen willst. Außerdem verpasst du dann den Komfort, den dir ein eigenes Fahrzeug bietet. Miete also ein Auto in Marrakesch, um die wunderschönen Landschaften und die historischen Städtchen und Dörfer zu genießen. Vergiss nicht, dass eine Reise durch Marokko auch ein kulinarisches Abenteuer ist. Verpasse auf deiner Reise durch dieses bezaubernde Land nicht die Gelegenheit, die marokkanische Küche zu genießen, die dank besonderer Kräuter und Gewürze sehr vielfältig und schmackhaft ist. Und wo isst man am besten? An den Orten, an die nur wenige Touristen kommen. Und wie kommst du dorthin? Genau, mit einem Mietwagen!

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