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3. August 2026

10 Sehenswürdigkeiten rund um Marseille

Mit einem Mietwagen durch die wunderschöne Provence

Marseille ist eine lebhafte Stadt mit einem geschäftigen Fischereihafen (Vieux-Port) und dem dazugehörigen Markt, farbenfrohen Gassen im historischen Stadtkern Le Panier und unzähligen Cafés, Restaurants und Terrassen. In der Stadt selbst brauchst du keinen Mietwagen, aber Marseille ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die atemberaubende Natur der Provence. Oder als Startpunkt für einen mehrtägigen Roadtrip mit dem Mietwagen durch Südfrankreich.

Marseille Notre-Dame
(Foto: https://unsplash.com/@xavierqu)

Wusstest du, dass die Fläche von Marseille mehr als doppelt so groß ist wie die von Paris? Große Teile davon sind übrigens fast unbewohnt, wie zum Beispiel das wunderschöne Calanques-Massiv. Dieser reizvolle Küstenstreifen macht einen Besuch in Marseille zu etwas ganz Besonderem. Um dorthin zu gelangen, ist es allerdings praktisch, ein Auto zu mieten – und genau das ist auch die erste unserer 10 Sehenswürdigkeiten rund um Marseille.

1. Les Calanques

Direkt südlich der zweitgrößten Stadt Frankreichs erstreckt sich ein spektakuläres Naturschutzgebiet, der Parc National des Calanques. Er besteht aus zerklüfteten Buchten mit steilen Kalksteinfelsen, unterbrochen von ehemaligen Fischerdörfern, in deren Häfen heute vor allem Freizeitboote liegen. Da diese Dörfer jedoch in einem Naturschutzgebiet liegen, gibt es kaum touristische Einrichtungen, und die dörfliche Atmosphäre ist erhalten geblieben. Zum Beispiel im malerischen Les Goudes, das an der äußersten Südwestspitze des Nationalparks liegt.

Die Calanques Morgiou und Sugiton südlich von Marseille.
Die Calanques Morgiou und Sugiton südlich von Marseille. (Foto: https://unsplash.com/@xavierqu)

Du kannst nicht überall mit dem Auto hinfahren, und das ist auch gut so, denn so bleibt die natürliche Schönheit der Calanques erhalten. Und was spricht schon dagegen, den Mietwagen stehen zu lassen und eine ausgiebige Wanderung durch diese raue Gegend zu machen? Das ist übrigens das Motto des Nationalparks: Ein bisschen körperliche Anstrengung ist nötig, denn die Calanques muss man sich verdienen! Du hast eine große Auswahl an Wanderwegen, und an dieser Küste gibt es mehr als zwanzig tiefe, natürliche Buchten. Wenn du bis zum Meeresspiegel hinabgestiegen bist, kannst du ein herrlich erfrischendes Bad im Mittelmeer nehmen. Pass aber auf, dass du nicht in Quallen gerätst! Einige der schönsten Calanques (von West nach Ost) sind: Marseilleveyre, Sormiou, Morgiou, Sugiton, En-Vau und Port-Pin, die alle ihre eigene Schönheit und ihren eigenen Charakter haben. Neben dem Wandern kannst du die Küste auch mit dem Kajak, dem Stand-up-Paddle oder bei einer organisierten Bootsfahrt erkunden. Außerdem kannst du einige der steilen Felswände erklimmen, und es gibt Tauchausflüge von verschiedenen Häfen aus.

Einige Straßen durch das Calanques-Massiv sind sehr schmal. Denk auch daran, dass nicht alle Straßen das ganze Jahr über geöffnet sind. So sind bei schönem Wetter und in den Sommermonaten die Straßen zu den Dörfern Sormiou, Morgiou und Callelongue für den motorisierten Verkehr gesperrt. In den Sommermonaten kann es im Nationalpark sehr voll sein und die Anzahl der Parkplätze ist begrenzt. Am besten besuchst du das Naturschutzgebiet daher außerhalb der Hochsaison. Die Calanque de Sugiton ist so beliebt geworden, dass man sie mittlerweile nur noch nach einer Online-Reservierung besuchen kann.

2. Route des Crêtes

Ganz in der Nähe von Marseille kannst du mit deinem Mietwagen die wunderschöne Route des Crêtes entlangfahren.
Ganz in der Nähe von Marseille kannst du mit deinem Mietwagen die wunderschöne Route des Crêtes entlangfahren. (Foto: https://unsplash.com/@amandine23)

Zwischen Cassis und La Ciotat verläuft eine der schönsten Straßen der Provence entlang der beeindruckend hohen Klippen von Soubeyranes: die Route des Crêtes. Diese Panoramastraße bietet atemberaubende Ausblicke auf das Mittelmeer, die Strände und die Kalksteinfelsen. Die solltest du dir bei einem Besuch in Marseille eigentlich nicht entgehen lassen, denn sie ist eine tolle Möglichkeit, die wilde Schönheit der Provence zu entdecken.

Cassis ist ein schöner Ort, um die Route zu beginnen. Es ist ein Städtchen mit typisch provenzalischem Flair und einigen historischen Gebäuden, wie dem Château de Cassis, dessen erste Fundamente aus dem 8. Jahrhundert stammen, und der Église Saint-Michel mit schönen Fresken. Der Hafen ist von Cafés und Terrassen gesäumt.

Der (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhepunkt der Route des Crêtes ist das majestätische Cap Canaille, knapp fünf Kilometer vom Startpunkt in Cassis entfernt. Auf der 363 Meter hohen Spitze ist die Aussicht natürlich atemberaubend. Du kannst sehr weit blicken, bis hin zu den Inseln des Riou-Archipels.

Entlang der kurvenreichen Strecke siehst du beeindruckende Felsformationen mit einer großen Vielfalt an Formen und Farben: von strahlendem Weiß bis zu Dunkelgrau, durchsetzt mit rötlichen Tönen. Wenn du nicht anhältst, kannst du die gesamte Strecke in dreißig Minuten zurücklegen, aber das macht niemand, denn unterwegs laden die Ausblicke dazu ein, deinen Mietwagen kurz anzuhalten und zu genießen. Es gibt viele Parkplätze entlang der Straße, auch wenn es an schönen Tagen schwierig sein kann, einen freien Platz zu finden. Oft beginnt an einem solchen Parkplatz ein Wanderweg, über den du zu weniger überlaufenen Orten gelangen kannst.

Achtung: Die Route des Crêtes wird gesperrt, wenn die Waldbrandgefahr hoch ist (Alarmstufe Rot) und bei extremen Wetterbedingungen (z. B. starkem Wind). Außerdem ist die Straße von Ende April bis Ende September sonntags für den motorisierten Verkehr gesperrt. Du kannst dann aber sowohl in Cassis als auch in La Ciotat (Elektro-)Fahrräder mieten.

3. La Ciotat

Das malerische La Ciotat, ganz in der Nähe von Marseille.
Das malerische La Ciotat, ganz in der Nähe von Marseille. (Foto: https://unsplash.com/@gunderandson)

Wenn du in Cassis auf die „Routes des Crêtes“ gestartet bist, liegt La Ciotat am Ende der Strecke. Und was für ein nettes Städtchen das ist! Du kannst deinen Mietwagen auf dem großen Parkplatz neben dem Yachthafen oder in der Tiefgarage „Indigo Vieux Port“ abstellen. In beiden Fällen bist du mitten im Stadtzentrum rund um den alten Hafen. Dieser Hafen hat ein herrlich authentisches Flair: Hier sind die Yachten nicht drei Stockwerke hoch, sondern es liegen jede Menge traditionelle Fischerboote (les pointus) vor Anker. Rundherum hast du eine große Auswahl an Terrassen, aber schlendere auch durch die engen Gassen dahinter, wo du überraschende kleine Läden findest.

La Ciotat spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Films! Die Erfinder der Filmkamera und des Filmprojektors, die Brüder Lumière, hatten dort ein Ferienhaus und drehten eine Aufnahme von der Ankunft einer Dampflokomotive am Bahnhof von La Ciotat. Sie zeigten diesen Film im Eden-Théâtre, das bis heute ein Kino ist und damit eines der ältesten Filmhäuser der Welt. Noch mehr Geschichte: Im Musée Ciotaden im ehemaligen Rathaus am Hafen erfährst du mehr über die (Schiffbau-)Geschichte der Stadt.

Einen der schönsten Kieselstrände an der französischen Südküste findest du ganz in der Nähe der Stadt: die Calanque de Figuerolles. Dort kannst du im türkisfarbenen Meer schwimmen, umgeben von hohen, zerklüfteten Felsen. Vom alten Hafen aus bist du in weniger als einer halben Stunde zu Fuß dort, aber du kannst deinen Mietwagen auch ganz in der Nähe parken. Magst du Kieselsteine nicht so gerne? Es gibt auch Sandstrände bei La Ciotat, zum Beispiel Plage Cyrnos, Grande Plage und Plage Lumière, aber die können im Sommer sehr voll sein.

Eine Überfahrt mit der Fähre zur kleinen Insel Île Verte ist nicht gerade billig, aber dafür hast du einen schönen Blick auf den zerklüfteten Felsen Bec de l’Aigle, der hoch aus dem Meer ragt und aus einem bestimmten Blickwinkel tatsächlich ein bisschen wie ein Adler aussieht. Auf der Insel selbst kannst du in einer der kleinen Buchten schwimmen.

Bec de l'Aigle mit der Île Verte im Hintergrund, bei La Ciotat an der französischen Südküste.
Bec de l'Aigle mit der Île Verte im Hintergrund, bei La Ciotat an der französischen Südküste. (Foto: https://unsplash.com/@petit_prince_alex)

4. Aix-en-Provence

Marseille ist eine Stadt, in der man nicht wirklich das Gefühl hat, in der Provence zu sein. Ganz anders ist das nur dreißig Kilometer weiter nördlich, in Aix-en-Provence. Diese Stadt, meist kurz „Aix“ genannt, ist von außergewöhnlicher Schönheit, vor allem im Quartier Mazarin, das auch als „das kleine Versailles“ bezeichnet wurde. Das Zentrum ist größtenteils Fußgängerzone und nicht besonders groß, lädt aber zu stundenlangen Spaziergängen durch enge Gassen und vorbei an imposanten Hôtels particuliers und anderen architektonischen Schätzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert ein. Aix ist berühmt für seine Brunnen. Der größte steht am westlichen Ende des Cours Mirabeau, der von Bäumen gesäumten Hauptstraße durch das Zentrum. Der mit Moos bewachsene Fontaine Moussue in derselben Straße bezieht sein Wasser aus einer heißen Quelle.

Das Musée Granet ist der Malerei und Bildhauerei aus verschiedenen Epochen gewidmet. Natürlich hängen dort auch Werke des großen französischen Impressionisten Paul Cézanne, der in Aix geboren wurde und viel in der Umgebung gemalt hat. Er liebte vor allem die Natur in den Hügeln von Sainte-Victoire östlich von Aix-en-Provence, die er dutzende Male in seiner Kunst verewigt hat. Sein Atelier dort kannst du besuchen. Etwas nördlich davon liegt das „Terrain des Peintres“, wo du sehen kannst, welche Ausblicke Cézanne inspirierten. Auch die „Carrières de Bibémus“, etwas weiter entfernt, waren ein beliebter Ort des Malers

Grand Site Sainte-Victoire

Der Mont Sainte-Victoire östlich von Aix-en-Provence.
Der Mont Sainte-Victoire östlich von Aix-en-Provence. (Foto: https://unsplash.com/@vikhesse)

Eine Straße durch die Hügel ist sogar nach dem Maler benannt: die Route Cézanne (offiziell die D17). Auch wenn du dich nicht für den Künstler interessierst, lohnt es sich auf jeden Fall, diese Strecke zu fahren. Die Straße führt zum Städtchen Le Tholonet und zum Grand Site Sainte-Victoire. Du kannst deinen Mietwagen auf einem der vielen Parkplätze in dieser Gegend abstellen und Wanderungen zu Wasserfällen, Höhlen oder zum Pic des Mouches unternehmen, der mit 1011 Metern der höchste Punkt des Sainte-Victoire-Gebirgskamms ist.

5. Arles

Die Provence war und ist für viele Künstler eine Quelle der Inspiration. So erlebte Vincent van Gogh seine produktivste Zeit während seines Aufenthalts in Arles: Dort schuf er etwa zweihundert Gemälde und mehr als hundert Zeichnungen und Aquarelle. Das Haus, in dem er wohnte, gibt es nicht mehr, wohl aber das Café, das er auf dem Gemälde „Caféterrasse bei Nacht“ verewigt hat. Auch den Innenhof des Krankenhauses, in das Van Gogh eingeliefert wurde, nachdem er sich das Ohr abgeschnitten hatte, kannst du besuchen. Leider gibt es in der Stadt keine Werke des Malers zu bewundern, es sei denn, die Fondation Vincent van Gogh hat einige als Leihgabe dort ausgestellt. Dort sind jedoch dauerhaft Gemälde anderer Künstler zu sehen, als Hommage an Van Gogh.

Das Amphitheater von Arles ist nach wie vor ein kulturelles Zentrum der Stadt.
Das Amphitheater von Arles ist nach wie vor ein kulturelles Zentrum der Stadt. (Foto: https://unsplash.com/@xavierqu)

In der Römerzeit war Arles eine wichtige Provinzhauptstadt, und es gibt noch viele Überreste aus dieser Zeit, wie das Amphitheater „Les Arènes “ und direkt daneben das kleinere „Théâtre Antique“. Diese werden noch immer genutzt: Im Sommer finden dort Theateraufführungen und Konzerte statt. Während der Feria d’Arles (zu Ostern und im September) ist das Amphitheater Schauplatz von Stierkämpfen. Auf der Place du Forum erinnert kaum noch etwas an den ursprünglichen zentralen Platz der Römer, aber darunter findest du die Gewölbe des Kryptoportikus. Ganz in der Nähe des Flusses stehen die Ruinen der römischen Bäder von Kaiser Konstantin, die „Thermes de Constantin“. Das Musée de l’Arles antique zeigt unter anderem wunderschöne Mosaike, reich verzierte Sarkophage und ein gut erhaltenes Flachboot, das im Schlamm der Rhône gefunden wurde.

Vergiss nicht, La Roquette zu besuchen, den mittelalterlichen Teil von Arles. Früher ein etwas heruntergekommenes Arbeiterviertel, heute aber ein beliebtes Viertel mit engen Gassen und malerischen Plätzen, wo du herrlich auf einer Terrasse sitzen kannst.

Arles liegt etwa neunzig Kilometer von Marseille entfernt. Wenn du ein Auto gemietet hast, bist du über die Autobahn in einer Stunde dort, aber schöner sind die Routen über kleinere Straßen durch die Hügel der Alpilles.

6. Les Baux-de-Provence

Die Ruinen der Burg von Les-Baux-de-Provence.
Die Ruinen der Burg von Les-Baux-de-Provence. (Foto: https://unsplash.com/@olivvcha)

Wenn du durch Les Alpilles fährst, darf ein Besuch in Les Baux-de-Provence nicht fehlen. Dieses Dorf liegt auf einem Hochplateau und wurde im Mittelalter von einer Burg geschützt, von der heute nur noch eine Ruine übrig ist. Dort stehen drei Nachbildungen der riesigen Maschinen, die zur Verteidigung der Burg und des Dorfes eingesetzt wurden. Regelmäßig finden Vorführungen mit dem riesigen Katapult (Trebuchet) statt, das bleischwere Steine über große Entfernungen schleudern konnte. Natürlich hast du einen Panoramablick auf die Olivenhaine und Weinberge der Umgebung. Im Dorf gibt es viele Sehenswürdigkeiten zu bewundern, darunter den Bergfried, eine romanische Kirche und das Hôtel de Manville. Gemälde des Dorfes und der Umgebung kannst du im Musée Yves Brayer sehen. Das Musée des Santons zeigt Figuren aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die in traditionelle provenzalische Trachten gekleidet sind.

Ganz in der Nähe von Les Baux liegen zwei besondere Steinbrüche: die „Carrière de Sarragan“, in der bis vor kurzem Qualitätswein in Holzfässern gelagert wurde, und die „Carrières des Lumières“, wo eine beeindruckende audiovisuelle Show an den Wänden und auf den Böden gezeigt wird.

Les Baux ist vor allem im Sommer sehr beliebt und die Anzahl der Parkplätze in der Nähe ist begrenzt. Fahr also am besten früh am Morgen hin, damit du noch einen Platz findest, um deinen Mietwagen zu parken.

Etwas ruhiger geht es in Saint-Rémy-de-Provence zu, das nur zehn Kilometer weiter nördlich liegt. Auch ein hübsches Städtchen, und hier malte Vincent van Gogh 1889 sein weltberühmtes Gemälde „Die Sternennacht“.

7. La Camargue

Die Camargue ist ein wichtiges Brutgebiet für Flamingos.
Die Camargue ist ein wichtiges Brutgebiet für Flamingos. (Foto: https://unsplash.com/@jddesigns)

Arles ist das Tor zur Camargue, einem der größten Flussdeltas Europas. Das riesige Rhône-Delta besteht aus Seen, Lagunen, Sümpfen, Schilffeldern, Wiesen, Dünen und Waldgebieten. Das Symbol dieser Region sind die weißen Camargue-Pferde, aber du triffst dort noch auf viele weitere besondere Tierarten. Es ist eines der wichtigsten Brutgebiete Europas für Flamingos, und außerdem leben dort Biber, schwarze Rinder und Hunderte von Vogelarten. Der Parc ornithologique de Pont de Gau ist der ideale Ort, um unzählige Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und zu fotografieren, darunter rosa Flamingos, (Silber-)Reiher, (Stelzen-)Regenpfeifer und Ibisse. Die Wege des Parks führen durch eine Oase der Stille, die nur vom Gesang der Vögel unterbrochen wird, die du aus nächster Nähe beobachten kannst.

Mit dem Mietwagen kannst du einen Großteil der Camargue erkunden, aber um näher an die Tiere heranzukommen, solltest du besser aussteigen und einem der vielen Wanderwege folgen. Oder miete dir im Dorf Saintes-Maries-de-la-Mer ein Fahrrad und fahre über den autofreien Deich (Digue de la Mer) zum Leuchtturm Phare de la Gacholle. Unterwegs genießt du einen tollen Blick auf die Seen, Sümpfe und Salzpfannen.

8. Aigues-Mortes und die Salzseen

Die Festungsstadt Aigues-Mortes am Salzsee, der sich unter den richtigen Bedingungen rosa färbt.
Die Festungsstadt Aigues-Mortes am Salzsee, der sich unter den richtigen Bedingungen rosa färbt. (Foto: https://unsplash.com/@xaviqu)

Westlich der Camargue liegen riesige Salzpfannen. Die sind an sich schon einen Besuch wert, vor allem, wenn sie einen hohen Salz- und Algengehalt haben und sich dadurch leuchtend rosa färben. Die größte Chance, rosa Salzseen zu sehen, hast du in den Monaten Juni und Juli. Ganz in der Nähe dieser Seen liegt eine besondere mittelalterliche Festungsstadt, Aigues-Mortes (was „totes Wasser“ bedeutet). Sie wurde im 13. Jahrhundert von König Ludwig IX. gegründet. Obwohl Aigues-Mortes eine bewegte Geschichte hat, ist die mittelalterliche Stadtmauer gut erhalten geblieben. Einige Einschusslöcher sind noch zu sehen – stille Zeugen der Religionskriege, die hier gewütet haben. Du kannst die gesamte Stadtmauer rund um die rechteckige Stadt umrunden und kommst dabei an verschiedenen Türmen vorbei. In einigen davon gibt es Ausstellungen, unter anderem zur Geschichte dieser Befestigungsanlagen. Natürlich hast du einen schönen Blick auf die Stadt, die Salzseen und den Canal du Rhône, vor allem vom Tour de Constance aus, dem Start- und Endpunkt des Rundgangs auf der Stadtmauer.

9. Dörfer und Natur im Luberon

Die Farbenpracht in der provenzalischen Landschaft Colorados ist überwältigend.
Die Farbenpracht in der provenzalischen Landschaft Colorados ist überwältigend. (Foto: https://unsplash.com/@slimmars13)

Wenn du von Aix-en-Provence aus nach Norden fährst, gelangst du in den Parc naturel régional du Luberon, einen Naturpark mit Bergketten, Felsformationen, kleinen Flüssen, malerischen Dörfern und einer riesigen Anzahl an Wander- und Radwegen durch die wunderschöne Natur. Wenn du diese Gegend wirklich entdecken willst, kannst du allein hier schon mehrere Tage verbringen. Mehr oder weniger im Zentrum des Parks liegt die Kleinstadt Apt. Nordöstlich davon findest du das „Colorado provençal“, so genannt, weil die ockerfarbene Landschaft an die des amerikanischen Colorado erinnert. Vom Parkplatz für deinen Mietwagen aus gibt es zwei Routen. Die blaue Route dauert etwa 45 Minuten, die orangefarbene Route ist doppelt so lang. Du wirst von den bizarren geologischen Formen und den herrlichen Farben begeistert sein.

Gordes, eines der vielen malerischen Bergdörfer in der Region Luberon.
Gordes, eines der vielen malerischen Bergdörfer in der Region Luberon. (Foto: https://unsplash.com/@bozh_ntu)

Diese Ockerfarben spiegeln sich in den Mauern von Roussillon wider, dem bekanntesten hochgelegenen Dorf des Luberon. Aber auch in anderen mittelalterlichen Perlen wie Gordes, Ménerbes, Saignon, Cucuron und Lourmarin findest du authentisches Flair und traditionelle Häuser. In letzterem Dorf steht das älteste Renaissance-Schloss der Provence. Ganz in der Nähe von Gordes liegt ein restauriertes Dörfchen, das „Village des Bories“, das aus jahrhundertealten Steinhäusern und Hütten besteht. Ein toller Ort für einen Ausflug mit Kindern, denn dort dürfen sie ihre eigene Hütte bauen!

Bei dem Ort Oppedette hat der Fluss Calavon tiefe Schluchten in die Kalksteinfelsen geschnitten. Ein zwei Kilometer langer Wanderweg führt direkt an diesen Schluchten entlang und ist bei normaler Kondition gut zu bewältigen. Du kannst auch in die Gorges d’Oppedette hinabsteigen, dafür brauchst du aber gute Wanderschuhe und darfst keine Höhenangst haben!

Manosque, am östlichen Rand der Region Luberon, ist die größte Stadt der Haute-Provence. Die mittelalterlichen Stadtmauern rund um die Altstadt sind größtenteils verschwunden, aber die Stadttore Porte de Soubeyran und Porte Saunerie stehen noch.

Lavendelfelder bei Valensole

In den Sommermonaten kannst du den blühenden Lavendel genießen.
In den Sommermonaten kannst du den blühenden Lavendel genießen. (Foto: https://unsplash.com/@le_sixieme_reve)

Keine Reise in die Provence ist komplett ohne einen Besuch der berühmten Lavendelfelder. Fahr dazu mit deinem Mietwagen von Manosque aus nach Osten, Richtung Valensole. Je näher du diesem Ort kommst, desto mehr von diesen wunderschönen, sanft geschwungenen, violett gefärbten Feldern wirst du sehen. Zumindest, wenn du in den Sommermonaten dorthin fährst, wenn der Lavendel blüht.

10. Massif de la Sainte-Baume

Östlich von Marseille liegt das Sainte-Baume-Massiv, das an seiner höchsten Stelle 1.148 Meter über die Umgebung hinausragt. Dank des milden Klimas ist das Massiv eines der wichtigsten Wasservorkommen der Provence, aus dem zahlreiche Flüsse entspringen. Die Umgebung ist ein regionaler Naturpark und du kannst hier herrliche Wanderungen entlang kleiner Flüsse, rauer Klippen und Burgruinen unternehmen. Schon die Anfahrt von Marseille aus (über die D2 und D80) ist spektakulär, mit vielen Haarnadelkurven und fantastischen Ausblicken.

Egal, ob du gläubig bist oder nicht – die Höhle der Maria Magdalena liegt wunderschön.
Egal, ob du gläubig bist oder nicht, die Höhle der Maria Magdalena liegt wunderschön.

Beliebte Wanderrouten zum Gipfel beginnen im Dorf Plan d’Aups, bei einer Herberge, die von Dominikanermönchen und -nonnen geführt wird. Ein zwei Kilometer langer Weg führt zu einer Höhle, in der Maria Magdalena angeblich ihre letzten Tage verbracht haben soll. Die Wanderung zu diesem Wallfahrtsort ist nicht allzu schwierig, der Weg zum höchsten Punkt, dem Jouc de l’Aigle, ist anspruchsvoller. Auffällig ist der Kontrast zwischen der Nord- und der Südseite des Bergrückens: Die Nordhänge sind dicht mit Wald bewachsen, die Südhänge bestehen aus kahlen, zerklüfteten Felsen. Letztere stellen eine Herausforderung für Bergsteiger dar. Nördlich der Herberge kannst du die Höhlen von Castelette besuchen, die vom unterirdischen Flusschen Huveaune geformt wurden.

Warum ein Auto in der Provence mieten?

Viele Dörfer, historische Stätten und die wunderschöne Natur in der Provence sind nur mit einem eigenen Fahrzeug gut erreichbar. Außerdem hast du so die volle Freiheit, anzuhalten, wo, wann und wie lange du willst. Diese Vorteile eines Mietwagens kennst du sicher schon, aber weißt du auch, wann es besonders praktisch ist? Wenn du gutes Essen liebst! Wenn du in einem Touristenort wie Saintes-Maries-de-la-Mer oder einem anderen beliebten Hotspot bist, kann es oft schwierig sein, ein Restaurant zu finden, in dem richtig gut und authentisch gekocht wird. Die Lösung? Dein Mietwagen! Damit fährst du ganz einfach zu einer abgelegenen „Ferme Auberge“, wo du die echte regionale Küche findest. Diese traditionellen französischen Bauernhof-Restaurants haben sich zusammengeschlossen, und auf der offiziellen Website kannst du nachsehen, welche es in deiner Nähe gibt.

Blick auf den Rocher de Rocalinaud in der Provence.
Blick auf den Rocher de Rocalinaud in der Provence. (Foto: https://unsplash.com/@thomasmarchand)

Einweg-Mietwagen ab Marseille

In der Umgebung von Marseille gibt es viel zu tun und zu erleben, ohne dass du dafür weit fahren musst. Wenn du aber Zeit hast und längere Ausflüge machen möchtest, solltest du mal darüber nachdenken, ein Auto für eine sogenannte Einwegmiete zu mieten. Das bedeutet, dass du das Auto an einem Ort abholst und an einem anderen wieder abgibst. So kannst du weiterreisen, da du den Mietwagen nicht zum Ausgangspunkt zurückbringen musst. Gib einfach ein anderes Ziel ein, an dem du das Auto zurückgeben möchtest, und wir zeigen dir nur die Mietwagen an, bei denen das möglich ist. Beliebte Einwegmieten ab Marseille führen nach Lyon, der wunderschönen historischen Stadt am Zusammenfluss von Rhône und Saône, nach Toulouse, dem Tor zu den Pyrenäen, oder sogar noch weiter nach Bordeaux, einer Stadt, die immer beliebter wird.

Mietwagen und TGV

Wenn du ein Auto mieten möchtest, um von Marseille aus die Provence zu erkunden, kannst du es natürlich am Flughafen Aéroport Marseille-Provence oder in der Stadt selbst reservieren, aber hast du schon einmal daran gedacht, eine Autovermietung mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV zu kombinieren? Zum Beispiel: Zuerst ein mehrtägiger Städtetrip nach Paris, um anschließend mit dem Zug in drei Stunden zum TGV-Bahnhof Marseille Saint-Charles zu sausen und dort in deinen Mietwagen zu steigen. Oder, wenn du den städtischen Trubel vermeiden möchtest, zum TGV-Bahnhof Aix-en-Provence, der außerhalb der Stadt an der Autobahn D9 liegt, sodass du direkt in die ländliche Provence hineinfährst. Zug und Mietwagen: eine perfekte Kombination für einen herrlichen Urlaub in Frankreich!

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