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3. August 2026

12 Tipps für einen Roadtrip mit dem Mietwagen durch Albanien

Sehenswürdigkeiten im atemberaubenden Albanien

Lange Zeit war Albanien für Ausländer geschlossen und galt daher als das isolierteste Land Europas. Diese Zeiten sind vorbei, und in den letzten Jahren entdecken immer mehr Reisende, dass es ein fantastisches Urlaubsziel ist. Entlang der Adria und des Ionischen Meeres hat Albanien eine Küstenlinie von sage und schreibe 450 Kilometern, die mit goldenen Sandstränden und Pinienwäldern gespickt ist. Der südliche Teil dieser Küste, zwischen Vlorë und Ksamil, wird als albanische Riviera bezeichnet – dort triffst du die meisten Sonnenanbeter und Festivalbesucher.

Miete dir ein Auto und entdecke die wunderschöne Natur Albaniens.
Miete dir ein Auto und entdecke die wunderschöne Natur Albaniens. (Foto: https://unsplash.com/@yvesalarie)

Wenn du nur an der Küste bleibst, brauchst du keinen Mietwagen, aber dann tust du Albanien wirklich Unrecht. So verlockend die wunderschönen Strände auch sind, es gibt noch viel mehr zu entdecken: spektakuläre Berge im Norden und überall im Land alte Städte und Überreste aus der osmanischen und römischen Zeit. Außerdem lernst du dort jahrhundertealte Traditionen kennen. Abseits der Hotspots an der Küste triffst du (noch) kaum Touristen, und das ist ein Grund mehr, in Tirana ein Auto zu mieten und die Sehenswürdigkeiten Albaniens zu entdecken. Denn davon gibt es jede Menge, wie du unten in unserer Beschreibung einer Rundreise mit dem Mietwagen durch dieses fabelhafte Land lesen kannst!

Berat

Wenn du am Flughafen von Tirana ein Auto gemietet hast, fährst du in weniger als zwei Stunden nach Berat. Dafür kannst du zwei Routen wählen: über Elbasan im Landesinneren (wobei der erste Teil Autobahn ist, der zweite Teil aber kurvig und schmal) oder über Durrës an der Küste, die zweitgrößte Stadt Albaniens. Wenn du dich für die letztere Variante entscheidest, kannst du am langgestreckten Strand von Durrës ein erstes Bad im Meer nehmen, obwohl man ehrlich gesagt sagen muss, dass die Strände im Süden Albaniens schöner sind.

Die Häuser von Berat ragen hoch über den Fluss Osumi empor.
Die Häuser von Berat ragen hoch über den Fluss Osumi empor. (Foto: https://unsplash.com/@herolinda94)

Unser Ziel ist also Berat, auch „die Stadt der tausend Fenster“ genannt, weil alle historischen Häuser mehrere, ziemlich schmale Fenster haben. Es ist eine der ältesten albanischen Städte und zweifellos eine der schönsten. Nicht umsonst steht sie auf der UNESCO-Welterbeliste. Die weißen Häuser am steilen Hang, über denen die Zitadelle thront, sind ein ikonisches Bild Albaniens. Diese Zitadelle ist ziemlich groß, die Mauern umschließen den gesamten Gipfel des Hügels, und darin befinden sich Häuser, Geschäfte und Restaurants. Außerdem findest du dort nicht weniger als acht mittelalterliche Kirchen und zwei der ältesten Moscheen des Landes. Diese religiösen Gebäude haben die Atheismuskampagne in der kommunistischen Zeit überstanden. Innerhalb der Festungsmauern kannst du Stunden verbringen, aber geh auch mal um sie herum. Von dort hast du einen schönen Blick auf die Stadt und die Berge. Abends schlendern die Einwohner gemütlich über den Bulevardi Republika durch den Osumi-Park.

Berat hat ein sehr interessantes ethnografisches Museum. Allein schon das wunderschöne traditionelle Haus, in dem es untergebracht ist, macht einen Besuch dieses Museums lohnenswert. Dort erfährst du etwas über die lokale Architektur und die Lebensweise in früheren Jahrhunderten. Vergiss nicht, dem stimmungsvollen Viertel Gorica auf der anderen Seite des Flusses einen Besuch abzustatten. Du gelangst dorthin, indem du eine schmale Steinbrücke aus dem 18. Jahrhundert überquerst. Von den Terrassen dort hast du einen schönen Blick auf die Altstadt am Hang, die abends wunderschön beleuchtet ist.

Nationalpark Mali i Tomorrit

Etwas östlich von Berat liegt ein Nationalpark, der aus parallel verlaufenden Bergketten mit einer Höhe zwischen 2000 und 2500 Metern besteht, dazwischen liegen tiefe Täler. Um die spektakuläre Berglandschaft zu sehen, fährst du mit deinem Mietwagen auf der gut asphaltierten Straße nach Çorovoda. Nach etwa 35 Kilometern erreichst du das Dorf Bogovë, das inmitten dramatischer Klippen liegt. Spaziere zum schönen Wasserfall oder nutze diesen Ort als Ausgangspunkt für fantastische Rafting-Touren auf dem reißenden Fluss Osumi. Von März bis Ende April ist der Wasserstand am höchsten, im Mai und Juni ist er bereits niedriger und der Fluss weniger wild.

Der Fluss Osumi hat in Albanien tiefe Schluchten gegraben.
Der Fluss Osumi hat in Albanien tiefe Schluchten gegraben.

Wenn du von Çorovoda aus weiter in Richtung Südosten fährst, kommst du an vielen weiteren Aussichtspunkten mit atemberaubendem Blick auf bunte Schluchten vorbei, unter anderem bei Vrima e Nuses. Die bis zu achtzig Meter hohen Steilwände, die bizarren Felsformationen und die Wasserfälle, die in den Osumi stürzen, sind besonders beeindruckend. Wenn du Wanderungen durch die Osumi-Schlucht unternimmst, sind Wasserschuhe ein Muss!

Die oben genannten Straßen sind gut asphaltiert, aber es gibt im Park auch andere Straßen, die nur mit einem Geländewagen befahrbar sind. Das gilt auch für viele Straßen in anderen Nationalparks und in abgelegenen (Berg-)Gebieten. Wenn du dort fahren möchtest, musst du in Albanien einen Geländewagen mieten.

Gjirokastër

Der Glockenturm von Gjirokastër, Albanien.
Der Glockenturm von Gjirokastër, Albanien. (Foto: https://unsplash.com/@dr1n1)

Auch die schlichte, aber wunderschöne Stadt Gjirokastër hat eine Festung auf einem Hügel. Im Gegensatz zu Berat ist diese Festung zwar nicht mehr bewohnt, aber du hast von dort natürlich einen tollen Blick auf die Umgebung. Wenn du dort stehst, wird dir auffallen, dass die Häuser hier weniger einheitlich sind als in Berat. Zwar haben sie auch viele Fenster, aber kein Haus gleicht dem anderen. Das Skënduli-Haus ist ein perfektes Beispiel für das Wohnhaus einer reichen Familie im osmanischen Stil. Das Haus verfügt über ein türkisches Bad, einen Hochzeitssaal, traditionelle offene Kamine, wunderschöne holzgeschnitzte Decken und farbenfrohe Textilien.

Es ist herrlich, durch die steilen Gassen des Basars zu schlendern, aber noch schöner ist das alte Viertel Manalat, wo viel weniger Touristen unterwegs sind. Es liegt im höher gelegenen Teil der Stadt und bietet überraschende Ausblicke auf die tiefer gelegenen Stadtteile. Von einigen Stellen aus siehst du die Ali-Pascha-Brücke, ursprünglich ein Aquädukt über eine Schlucht, das Wasser aus einer zehn Kilometer entfernten Quelle transportierte. Zieh dir gute Wanderschuhe an, wenn du dorthin laufen willst, denn das Gelände ist ziemlich felsig. Versuch nicht, mit deinem Mietwagen zur Brücke zu fahren – es ist besser, ihn in der Stadt zu parken, zum Beispiel bei einem Hotel (gegen eine geringe Gebühr).

Ksamil / Syri i Kaltër

Der Strand von Ksamil in Albanien ist wunderschön, kann im Sommer aber sehr voll sein.
Der Strand von Ksamil in Albanien ist wunderschön, kann im Sommer aber sehr voll sein. (Foto: https://unsplash.com/@michel_struharova)

Die Strände Albaniens gehören zu den größten Attraktionen des Landes – also ist es an der Zeit, mit deinem Mietwagen an die Küste zu fahren. Es sei denn, du bist im Sommer in Albanien und magst keinen Trubel, denn die Strände sind nicht (mehr) unentdeckt. Im Frühjahr und Herbst ist der Andrang noch erträglich, aber in der Hochsaison sind viele der Strände fast vollständig mit Liegestühlen bedeckt, vor allem die beliebten Sandstrände bei Ksamil. Aber mal ehrlich: Ein Sprung ins kristallklare Meerwasser ist unwiderstehlich, und besonders wenn du mit Kindern unterwegs bist, werden sie das lieben.

Eine Alternative ist ein Zwischenstopp bei Syri i Kaltër (Blaues Auge), einem natürlichen Wasserbecken, das von unterirdischen Quellen gespeist und von wilden Farnen, Eichen und Platanen umgeben ist. Zum Schwimmen ist es allerdings nicht geeignet, denn das sprudelnde Wasser ist eiskalt. Die Abzweigung von der SH99 ist deutlich ausgeschildert. Am besten fährst du so früh wie möglich mit deinem Mietwagen dorthin, da auch diese Sehenswürdigkeit im Sommer viele Touristen anzieht.

Nationalpark Butrint

Auf einer kleinen Halbinsel etwas außerhalb von Ksamil liegt die antike Stadt Butrint. Es wurden Spuren menschlicher Besiedlung gefunden, die etwa dreißig Jahrhunderte zurückreichen, doch erst die Griechen machten die Siedlung wirklich bekannt, gefolgt von den Römern, Byzantinern und Venezianern. Von all diesen Herrschern sind viele gut erhaltene Überreste zu finden, darunter die Akropolis und das Amphitheater der Griechen, Bäder, Mosaike und das Forum der Römer, eine Basilika und eine Taufkapelle der Byzantiner sowie eine venezianische Festung. Es ist faszinierend, dort herumzulaufen – nicht nur wegen der historischen Bedeutung, sondern auch wegen der Lage inmitten wunderschöner Natur. Der Nationalpark Butrint umfasst daher viel mehr als nur die archäologischen Funde.

Im Amphitheater von Butrint in Albanien finden in den Sommermonaten abends Vorstellungen statt.
Im Amphitheater von Butrint in Albanien finden in den Sommermonaten abends Aufführungen statt. (Foto: https://unsplash.com/@abenteueralbanien)

Albanische Riviera

Oben haben wir schon den Badeort Ksamil erwähnt, aber das ist nur die südlichste Spitze der albanischen Riviera. Das wichtigste Tor zu den Stränden an der Küste ist Sarandë, fünfzehn Kilometer nördlich von Ksamil. Dieser Badeort ist stark erschlossen und in den Sommermonaten sehr belebt – das gilt auch für die anderen größeren Badeorte entlang der Küste. Ruhige Strände gibt es zwar, aber oft musst du dafür einen langen Spaziergang (über manchmal beschwerliche Wege) auf dich nehmen. Manche Strände zogen bis vor kurzem nur wenige Badegäste an, sind aber inzwischen dem Bauboom der Hotelketten zum Opfer gefallen. Dennoch gibt es echte Perlen zu entdecken, wie zum Beispiel kleine Strände, die du nur mit dem Boot erreichen kannst. Auch mit deinem Mietwagen kannst du zu ruhigeren Stränden fahren. Im Folgenden geben wir dir ein paar Tipps für Strände, die (noch) relativ ruhig sind und zu denen du nicht allzu weit laufen musst.

Gleich südlich des belebteren Lukova Beach liegt das kleine Restaurant „The Old Anchor“. Der Strand in der Nähe ist ruhig. Der letzte Abschnitt der Zufahrtsstraße ist unbefestigt. Du kannst ihn problemlos mit deinem Mietwagen befahren, fahr aber langsam, damit hochspritzende Steinchen keinen Schaden anrichten.

Wenn du auf der SH8 von Lukova zum Schloss von Porto Palermo fährst, siehst du kurz davor auf der linken Seite einen kleinen Strand. Entlang der kleinen Straße dorthin können nur wenige Autos parken, und genau das ist der Grund, warum nur wenige Leute diesen Strand besuchen.

Etwas südlich des Badeortes Jala gibt es einen Parkplatz, auf dem du den Mietwagen abstellen kannst, um zum Guma-Strand zu laufen – eine Strecke von etwa 400 Metern. Manche Leute fahren weiter über den unbefestigten Weg, um näher am Strand zu parken.

Am Gjipe Beach kannst du nicht nur schwimmen, sondern auch wunderschöne Wanderungen durch eine nahegelegene Schlucht unternehmen.
Am Gjipe-Strand kannst du nicht nur schwimmen, sondern auch wunderschöne Wanderungen durch eine nahegelegene Schlucht unternehmen. (Foto: https://unsplash.com/@abenteueralbanien)

Vom Parkplatz am Gjipe Beach (bei dem Ort Iljas) sind es zwanzig Minuten zu Fuß, also mach das nicht zur heißesten Tageszeit. Nach dem Spaziergang wirst du mit einem wunderschönen, nicht überfüllten Strand belohnt. Natürlich gibt’s auch hier wieder kristallklares Meerwasser, aber das Schöne an diesem Strand ist, dass er am Ende einer Schlucht liegt. Du kannst eine schöne Wanderung durch die beeindruckende Schlucht (Kanione i Gjipese) machen und danach wieder ins Meer springen, um dich abzukühlen. Kletterer kommen an der Kletterwand voll auf ihre Kosten, die nachmittags im Schatten liegt.

Suchst du selbst ein ruhiges Plätzchen? Dann fahr mit deinem Mietwagen über die wunderschöne Küstenstraße (SH8) von Sarandë nach Dhërmi und halte Ausschau nach jeder kleinen Abzweigung, die zum Wasser führen könnte.

Llogara-Pass / Vlorë

Fahrt über den Llogarapass in Albanien. (Foto: https://unsplash.com/@iml)
Kannst du es dir schon vorstellen: mit deinem Mietwagen über den Llogarapas in Albanien zu fahren? (Foto: https://unsplash.com/@iml)

Fährst du gerne mit deinem Mietwagen über einen kurvenreichen Bergpass? Dann kommst du zwischen Dhërmi und Vlorë voll auf deine Kosten! Die Straße ist in hervorragendem Zustand und die Aussichten sind einfach grandios: auf der einen Seite schroffe Felsen, auf der anderen Seite das azurblaue Meer und schneeweiße Strände. Am höchsten Punkt gibt es ein paar Restaurants, in denen du bei einem Getränk und einem kleinen Happen diesen Panoramablick in vollen Zügen genießen kannst.

Vlorë ist ein recht belebter Badeort, zieht aber vor allem Besucher aus Albanien selbst an. Dadurch hat die Stadt viel von ihrer authentischen Atmosphäre bewahrt, besonders im ältesten Teil. Etwas außerhalb von Vlorë kannst du vom Dorf Zvërnec aus über einen Holzsteg zu einer kleinen Insel in der Narta-Lagune laufen, auf der eine alte byzantinische Kirche aus dem 14. Jahrhundert steht. Die Lagune übt eine große Anziehungskraft auf verschiedene (Zug-)Vögel aus. Um Vögel zu beobachten, fährst du über die schmale Straße, die an der Nordseite der Lagune entlangführt. Es gibt sogar eine spezielle Aussichtsplattform. Wenn du weiterfährst (unbefestigte Straße, sei vorsichtig mit deinem Mietwagen!), gelangst du zum breiten und ruhigen Sandstrand Hidrovor.

Shkodër

Die Ruinen der Burg Rozafa bei Shkodër.
Die Ruinen der Burg Rozafa bei Shkodër. (Foto: https://unsplash.com/@fabiankuehne)

Von Vlorë sind es gut drei Stunden Fahrt nach Shkodër, einer kleinen, aber lebhaften Stadt im Norden Albaniens. Sie liegt am Zusammenfluss dreier Flüsse (Drin, Buna und Kir), die in den großen Shkodër-See münden, durch den die Grenze zu Montenegro verläuft. Die Stadt hat ein gemütliches Zentrum, vor allem rund um die autofreie Rruga Kolë Idromeno mit vielen Restaurants, Cafés und Kaffeebars. Diese Straße ist nicht schwer zu finden: Geh einfach in Richtung der Ebu-Bekër-Moschee, die das Zentrum dominiert, und schon bist du da.

Die größte Sehenswürdigkeit von Shkodër ist die Burg Rozafa, die imposante Festung, die du zweifellos schon gesehen hast, als du mit deinem Mietwagen in die Stadt gefahren bist. Schon in der Antike gab es hier eine Festung, aber was du heute siehst, sind die Überreste einer Burg aus der venezianischen Zeit. Im Museum der Festung siehst du eine Statue einer Frau, die halb in der Mauer verschwindet. Die Geschichte dahinter musst du selbst entdecken, wenn du dort bist. Obwohl die Burg eine Ruine ist – im Gegensatz zu vielen anderen Festungen in Albanien –, ist sie dennoch einen Besuch wert, schon allein wegen der Aussicht über die Stadt, die drei Flüsse und den Skoder-See. Dieser See ist der größte in Südosteuropa und wird von Bergen und Feuchtgebieten umgeben. Dort kannst du Vögel beobachten, aber auch selbst aktiv werden, zum Beispiel beim Stand-up-Paddling oder Kajakfahren. Wenn du ein Auto gemietet hast, kannst du ganz einfach zur Mesi-Brücke nordöstlich von Shkodër fahren, einer wunderschönen osmanischen Brücke aus dem 18. Jahrhundert.

Koman-See

Dein Mietwagen darf mit auf die Fähre über den Koman-See im Norden Albaniens.
Dein Mietwagen darf mit auf die Fähre über den Koman-See im Norden Albaniens. (Foto: https://unsplash.com/@abenteueralbanien)

Von Shkodër aus kannst du direkt ins Bergdörfchen Teth fahren, und seit die Straße asphaltiert ist, dauert das nur noch zwei Stunden. Es ist eine wunderschöne Strecke, aber noch schöner ist es, die Fähre über den Koman-Stausee zu nehmen, wobei du deinen Mietwagen mit auf die Fähre nehmen darfst. Allerdings kannst du vom Endpunkt der Fähre nach Valbona fahren und dann durch ein Tal nach Teth laufen, aber zwischen diesen beiden Orten gibt es keine direkte Straße für Autos. Wenn du den Mietwagen mitnimmst, ist es ratsam, im Voraus einen Platz auf der Fähre zu reservieren. Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden und du wirst die wunderschöne Landschaft bestaunen, die ein wenig an norwegische Fjorde erinnert.

Valbona-Tal / Theth

Vom Endpunkt der Fähre, Fierzë, sind es dreißig Minuten Fahrt nach Valbona. Die Wanderroute durch das unglaublich schöne Valbona-Tal ist etwa sechzehn Kilometer lang und führt vorbei an mächtigen Berggipfeln, dichten Wäldern und beeindruckenden Wasserfällen. Wenn du keine Lust auf eine so lange Tour hast, kannst du Valbona als Ausgangspunkt nutzen, denn vom Dorfzentrum aus gibt es verschiedene Wanderwege, die von leicht bis mittelschwer reichen. Im Hochsommer sind die Ortschaften und das Tal dazwischen stark frequentiert, in den Monaten Juni und September ist es dort ruhiger. In den übrigen Monaten kann es zu starken Schneefällen kommen, wodurch die Wanderung nahezu unmöglich wird.

Das Tal zwischen Valbona und Theth im Norden Albaniens wird von Gebirgsflüssen durchzogen.
Das Tal zwischen Valbona und Theth im Norden Albaniens wird von Gebirgsflüssen durchzogen. (Foto: https://unsplash.com/@iml)

Krujë

Die SH23 führt von Valbona nach Kukës. Das ist eine gut asphaltierte, wenn auch schmale und kurvenreiche Straße. Kukës ist keine besonders inspirierende Stadt, da sie komplett neu aufgebaut wurde, nachdem die Altstadt in den 70er Jahren durch den Bau eines Stausees überflutet wurde. Von der SH23 aus hattest du schon einen Blick auf diesen Stausee, der Kukës fast vollständig umgibt. In dieser Gegend kannst du schöne Bergwanderungen unternehmen, unter anderem zum höchsten Gipfel der Umgebung, dem Berg Gjallica (2489 m).

Von Kukës aus fährst du über die neue Brücke über den Drin und die Autobahn A1 in zwei Stunden nach Krujë, etwas nördlich von Tirana. Krujë ist berühmt, weil der Nationalheld Skanderbeg sich hier im 15. Jahrhundert lange Zeit gegen den Vormarsch der Osmanen zur Wehr gesetzt hat. Nach seinem Tod eroberten die Osmanen das Land schließlich doch und blieben vier Jahrhunderte lang dort. In der Burg von Krujë erfährst du alles über diese Geschichte. Der osmanische Basar in der Stadt ist zwar ganz nett, aber auch sehr touristisch – dort werden fast ausschließlich Souvenirs verkauft.

Tirana

Zurück in Tirana musst du als Erstes deinen Mietwagen abgeben, denn in der Stadt selbst brauchst du ihn nicht. Die Hauptstadt Albaniens ist eine Mischung aus osmanischer und italienischer Architektur, durchsetzt mit Wohnblocks aus der kommunistischen Zeit, die damals grau waren, mittlerweile aber in fröhlichen Farben gestrichen wurden. Blloku („der Block“) war früher nur für die Elite der kommunistischen Partei zugänglich, heute ist es ein angesagtes Ausgehviertel. Apropos Kommunisten: Die hatten panische Angst, dass das Land angegriffen werden könnte, und deshalb findest du überall in Albanien Betonbunker. Im Nordosten von Tirana steht ein Bunker, der für die Parteispitze gedacht war. In diesem „Bunk’Art 1“ ist die ursprüngliche Einrichtung erhalten geblieben. Ganz in der Nähe dieses Bunkers befindet sich die Talstation der Seilbahn zum Gipfel des Berges Dajti (1613 m).

Mit dem Mietwagen in Albanien unterwegs

Auch die kleineren Straßen in Albanien sind meistens in gutem Zustand, wie hier bei Pukë im Norden des Landes.
Auch die kleineren Straßen in Albanien sind meist in gutem Zustand, wie hier bei Pukë im Norden des Landes. (Foto: https://unsplash.com/@picturesbyalbert)

Es gibt ziemlich viele Panikmache-Geschichten über das Autofahren in Albanien. Die Albaner sollen angeblich sehr rücksichtslos fahren und die Straßen sollen hauptsächlich aus großen Schlaglöchern bestehen, mit hier und da einem Stück Asphalt. Dieses Bild ist stark übertrieben und veraltet. Es stimmt zwar, dass manche Albaner etwas anders fahren als die meisten Autofahrer in Nordeuropa – sagen wir mal mit südeuropäischem Temperament. Wenn du ein bisschen aufmerksam bist (vor allem in unübersichtlichen Kurven), wirst du keine Probleme haben. Alle Hauptstraßen wurden in den letzten Jahren gründlich saniert und sind im Allgemeinen in gutem Zustand. Nur in sehr abgelegenen Gebieten gibt es schlecht gepflegte Straßen, aber denen wirst du nicht begegnen, wenn du mit einem Mietwagen die oben beschriebene Route fährst.

Wann solltest du in Tirana ein Auto mieten?

Die beste Zeit für eine Rundreise mit dem Mietwagen durch Albanien hängt davon ab, wohin du fahren möchtest. Für die meisten Menschen sind der Frühling (April–Juni) und der Herbst (September–Oktober) die besten Jahreszeiten. Dann ist es nicht zu heiß und die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen in Form von Regen oder Schnee ist geringer. Im späten Frühling führen die Flüsse viel Wasser, im Herbst können sie hingegen ausgetrocknet sein. Wenn du ein Auto mietest, um vor allem in den nördlichen Bergregionen herumzufahren, ist der Sommer hingegen eine hervorragende Jahreszeit, denn in den Bergen ist es viel kühler als im tiefer gelegenen Süden Albaniens. Wenn du gerne viele der schönen Strände besuchen möchtest, aber keinen Trubel magst, dann fahr am besten im Juni oder September nach Albanien.

Warum in Albanien ein Auto mieten?

Ein Auto in Albanien mieten und es eilig haben? Nein, das passt nicht zusammen.
Ein Auto in Albanien mieten und es eilig haben? Nein, das passt nicht zusammen. (Foto: https://unsplash.com/@abenteueralbanien)

Der öffentliche Busverkehr in Albanien ist nur zwischen den größeren Orten einigermaßen gut ausgebaut. Auf beliebten Strecken fahren vielleicht ein oder zwei Busse pro Stunde, aber auf weniger frequentierten Strecken gibt es manchmal nur einen Bus pro Tag. Außerdem dauert das Reisen mit dem Bus – wegen der zahlreichen Haltestellen – sehr lange. Wenn du das Beste aus deinem Urlaub in Albanien herausholen willst, ist ein Mietwagen ein Muss. Die gut gepflegten Straßen führen dich durch üppige Täler im Landesinneren, durch die beeindruckenden Berge im Norden und entlang der herrlichen Küste an der Adria und dem Ionischen Meer. Bei offenem Fenster werden auf einer Reise durch Albanien alle deine Sinne angeregt. Wenn du in Tirana ein Auto mietest, hast du alle Freiheiten und kannst Orte ansteuern, die kein Bus anfährt. Worauf wartest du noch? Buche jetzt einen Mietwagen für eine fantastische Reise durch das atemberaubende Albanien!

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