Lanzarote ist die nordöstlichste der Kanarischen Inseln und liegt ganz in der Nähe des afrikanischen Festlands. Die Entfernung nach Marokko beträgt nur 130 Kilometer, während das Mutterland Spanien mehr als tausend Kilometer entfernt ist. Alle Inseln des Archipels sind vulkanischen Ursprungs, aber auf Lanzarote ist das besonders deutlich zu sehen, da hier vor nur dreihundert Jahren die Vulkane plötzlich wieder aktiv wurden. Dem verdankt die Insel das Naturschutzgebiet Timanfaya. Auch die schwarze Farbe einiger Strände ist auf vulkanische Aktivität zurückzuführen, aber darüber hinaus hat Lanzarote wunderschöne, goldgelbe Sandstrände.
Die Inselkultur ist dank der Bemühungen eines einzigen Mannes erhalten geblieben: César Manrique, ein Künstler, der sich Sorgen um den aufkommenden Massentourismus machte. Ihm ist es zu verdanken, dass Hochhäuser verboten sind und ein großer Teil der Insel unter Naturschutz steht. Deshalb gibt es auf Lanzarote abseits der Touristenzentren noch viel Authentisches zu entdecken. Geh in einem kleinen Dorf in einer „Sociedad“ essen, um buchstäblich die Essenz der Insel zu kosten. Wie du dorthin kommst? Indem du auf Lanzarote ein Auto mietest! Steig in einen Mietwagen und erkunde diese tolle Insel.
Im Folgenden beschreiben wir eine Rundreise mit dem Mietwagen ab dem Flughafen von Lanzarote, aber du kannst auch an anderen Orten entlang der Route ein Auto mieten, zum Beispiel in den Touristenzentren Costa Teguise, Playa Blanca und Puerto del Carmen. Die Insel ist nicht groß, sodass du die Sehenswürdigkeiten von Lanzarote ganz einfach auf Tagesausflügen von einem festen Standort aus entdecken kannst.
Vom Flughafen sind es weniger als zehn Minuten Fahrt bis zur Hauptstadt Arrecife. Du kannst deinen Mietwagen kostenlos auf einem großen Parkplatz direkt neben der Zufahrtsstraße abstellen. Fahre dazu fast einmal komplett um den großen Kreisverkehr herum, in Richtung Avenida Fred Olsen. Kostenpflichtiges Parken gibt es etwas weiter entfernt im Parkhaus des Gran Hotels, das fertiggestellt wurde, bevor das Hochhausverbot in Kraft trat. Es ist somit das einzige hohe Gebäude auf Lanzarote. Obwohl César Manrique es verabscheute, hast du vom Restaurant im obersten Stockwerk aus einen schönen Blick auf den Strand von Arrecife.
Ironischerweise liegt direkt gegenüber dem Gran Hotel eine kleine Insel, die von eben jenem César Manrique gestaltet wurde: Islote de Fermina. Sie war jahrelang vernachlässigt worden, wurde aber nach einer Renovierung im Jahr 2023 wiedereröffnet. Obwohl es dort ein kleines Schwimmbecken gibt, darfst du darin nicht schwimmen. Dafür gibt es ein Restaurant, von dem aus du einen schönen Blick aufs Meer und den Strand hast. Ein hölzerner Steg führt zur kleinen Insel, die als ruhige Oase gedacht ist.
Zwei steinerne Stege führen zu einer weiteren kleinen Insel, auf der das Castillo de San Gabriel steht. Die älteste Verbindung, mit einer kleinen Zugbrücke, ist die Puente de las bolas. Das historische Museum im Schloss bietet einen guten Überblick über die Geschichte Lanzarotes, das oft Ziel von Piraten war, aber auch von Schiffen aus den Niederlanden, England und Frankreich auf dem Weg zu ihren jeweiligen Kolonien. In der jüngeren Festung, dem Castillo de San José, ist ein Museum für moderne Kunst untergebracht.
Für ein authentisches Essen gehst du in Arrecife zur „Cofradía de Pescadores“ am Hafen. Eine „Cofradía“ gibt es in allen Häfen der Kanarischen Inseln und sie war ursprünglich das Gemeinschaftshaus der Fischer. Heutzutage kannst du dort auch als Tourist einkehren und das Essen ist fantastisch.
Gleich außerhalb von Arrecife, in dem kleinen Ort Tahiche, kannst du die Ideen und das Werk von César Manrique kennenlernen. Dieser Maler, Bildhauer und Architekt hat seine geliebte Heimatinsel nachhaltig geprägt. Er hatte eine klare Vision für die Entwicklung von Lanzarote, in der die Landschaft – geprägt von Vulkanausbrüchen und einzigartigen geologischen Merkmalen – als wichtiger Teil der Identität erhalten bleiben sollte. Diese Philosophie bildete die Grundlage für sein Schaffen, in dem er Kunst, Architektur und Natur auf innovative Weise miteinander verband.
So sind große Hohlräume in der Lava ein integraler Bestandteil des Hauses, das er in Tahiche gebaut hat. Das Ergebnis ist ein architektonisches Juwel, das sich trotz seiner Größe sehr gemütlich und intim anfühlt. Das Gebäude an sich ist schon einen Besuch wert, beherbergt aber darüber hinaus eine beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Kunst, darunter Werke von Manrique selbst sowie von Pablo Picasso und Joan Miró. Die verschiedenen Räume sind durch kleine Treppen und Gänge miteinander verbunden. Die Mauer rund um den Innenhof hat Manrique in seinem charakteristischen Stil bemalt, und der blaue Pool inmitten einer strahlend weißen Umgebung ist ebenfalls ein Markenzeichen seines Werks. Egal, ob du ein Kunstliebhaber bist oder einfach mal etwas anderes sehen möchtest – dieser Ort hat eine großartige Atmosphäre.
Wenn du besondere Felsformationen sehen willst, musst du zwischen Tahiche und Guatiza kurz von der Hauptstraße LZ-1 abbiegen. Nimm die Abzweigung nach Costa Teguise und fahre am Ende der Ausfahrt nicht in Richtung dieses Badeortes, sondern biege links ab. Fahre am zweiten Kreisverkehr geradeaus, biege gleich danach rechts ab und folge der Via de Servicio. Achtung: Das ist Teil einer Radroute auf Lanzarote, also achte auf Radfahrer und fahr nicht zu schnell. Nach fast anderthalb Kilometern gibt es eine Abzweigung nach links (LZ-404). Nach einigen hundert Metern siehst du ganz besondere Formationen. Es sieht fast so aus, als hätte Manrique auch hier seine Hand im Spiel gehabt, aber nein, das ist wirklich das Werk der Natur. Es sind geheimnisvolle schwarze Felsen mit dunklen Höhlen. Es gibt genügend Parkmöglichkeiten, aber fahre deinen Mietwagen vorsichtig von der Straße herunter, da es einen gewissen Höhenunterschied gibt.
Kakteen sind auf Lanzarote allgegenwärtig, aber wenn du die stacheligen Pflanzen in ihrer ganzen Pracht bewundern möchtest, empfehlen wir dir den Jardín de Cactus. Auch dieser einzigartige Ort am nördlichen Rand von Guatiza ist ein Werk von César Manrique. Er verwandelte einen alten Steinbruch in einen wunderschönen Garten mit mehr als tausend Kakteenarten aus aller Welt. Dort siehst du stachelige Schönheiten in allen Größen und Formen vor dem Hintergrund von Vulkangestein. Du bist umgeben von leuchtenden Farben und faszinierenden Formen, die einen auffälligen Kontrast zum kargen Gelände bilden. Teiche und Bäche mit Wasservögeln, kleine Brücken, kunstvolle Skulpturen und eine restaurierte Windmühle rahmen diesen außergewöhnlich schönen Ort ein. Der Kaktusgarten ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Manrique alltägliche Räume in ansprechende Kunstwerke verwandelte.
Etwas östlich von Guatiza liegt der Vulkan Montaña las Pinedas. Der Nordhang bietet relativ einfache Wanderwege zum Gipfel auf 220 Metern Höhe. Von dort hast du einen schönen Blick über die Kaktusfeigenplantagen, zwischen denen die Windmühle des Kaktusgartens deutlich hervorsticht.
Wenn du von Guatiza aus nach Norden fährst, kommst du am Badeort Arrieta vorbei. Gleich dahinter liegt das ruhige und gemütliche Fischerdorf Punta Mujeres. Da es hier keine breiten Sandstrände in unmittelbarer Nähe gibt, ist dieser Ort touristisch kaum erschlossen, abgesehen von ein paar Villen direkt am Meer. Trotzdem kannst du dort schwimmen, allerdings in natürlichen Becken, die übrigens teilweise künstlich durch eine aus Geröll aufgeschüttete Staumauer angelegt wurden. Bei den ursprünglichen „Piscinas Naturales“ findest du auch das meistfotografierte Haus des Dorfes, die Casa Carmelina. Wenn hier kein freier Parkplatz mehr da ist, kannst du den Mietwagen kostenlos auf einem Schotterplatz entlang der Calle los Molinos abstellen. Weitere natürliche Schwimmbecken sind Las Rosas und Las Nieves.
Die Jameos del Agua sind Teil eines sechs Kilometer langen Lavatunnels, der vor etwa viertausend Jahren entstand, als der Vulkan Montaña La Corona ausbrach. Diese Tunnel entstanden, weil die geschmolzene Lava weiterfloss, während sich die Oberfläche verfestigte. Das kanarische Wort „jameo“ bezieht sich auf die großen Öffnungen, die entstanden, als Teile der Tunneldecke einstürzten. Es sind diese Freiluftgrotten, die César Manrique in den 1960er Jahren nutzte, um eine farbenfrohe Attraktion zu schaffen.
Wie der Name schon vermuten lässt, sind die Jameos del Agua teilweise überflutet. Die erste Höhle – Jameo Chico – wurde zu einer Bar/einem Restaurant umgebaut, mit Blick auf eine Lagune mit extrem klarem Salzwasser. Hier lebt eine kleine weiße Krabbe, die blind ist und nur auf Lanzarote vorkommt. Im Jameo Grande siehst du Manriques Markenzeichen: ein strahlend blaues Schwimmbecken, in dem man nicht schwimmen darf, umgeben von blendendem Weiß und dem Grün tropischer Pflanzen. Im letzten Teil des vulkanischen Tunnels befindet sich ein Auditorium, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden. Die Akustik in diesem unterirdischen Konzertsaal ist außergewöhnlich klar. Außerdem gibt es ein Museum, das Einblicke in den vulkanischen Ursprung der Kanarischen Inseln bietet.
Auf der anderen Seite der Hauptstraße bei Jameos del Aqua findest du Höhlen, die Teil desselben unterirdischen Höhlensystems sind: die Cueva de los Verdes. Lanzarote wurde früher oft von Piraten überfallen, und die Einheimischen flüchteten dann in diese Höhlen. Es gibt sogar einen Raum im Tunnel, von dem bekannt ist, dass gerade dieser oft als Versteck genutzt wurde. Du musst im Voraus online einen Termin für die Führung buchen, bei der du über gewundene Pfade, Steigungen und Treppen läufst – auf derselben Route, auf der einst geschmolzene Lava floss. Auf diesem unebenen Untergrund musst du ziemlich geschickt sein, manche Durchgänge sind sehr eng und du musst dich mehrmals bücken. Bereits in den 1960er Jahren wurde ein großartiges Beleuchtungssystem installiert, das die bezaubernden Felsformationen außergewöhnlich gut zur Geltung bringt. Während du den Weg entlanggehst, wirst du von den lebhaften Farben, dem magischen Spiel aus Licht und Schatten und den dadurch entstehenden optischen Täuschungen in den Bann gezogen.
Die Hauptstraße LZ-1 endet in Órzola an der Nordküste. Fahre von diesem Ort aus über die schönen Serpentinenstraßen LZ-204 und LZ-201 nach Yé. Auf der letzten Straße siehst du auf der linken Seite den Krater des Vulkans Corona. Parke deinen Mietwagen bei der kleinen Kirche an der Hauptstraße und gehe etwa 150 Meter weiter bis zum Beginn des Weges zum Vulkan. Am Anfang wanderst du über flaches Gelände an Weinbergen vorbei, aber weiter vorne wird es natürlich etwas steiler. Trotzdem ist das keine schwierige Wanderung, du bist in dreißig bis vierzig Minuten am Kraterrand. Es ist ein besonderes Gefühl, auf der einen Seite tief in den Krater hinabzuschauen und auf der anderen Seite einen weiten Blick über den Norden von Lanzarote und das Meer zu haben. Es gibt nur wenige Leute, die hierher laufen, und deshalb ist es dort nie überfüllt.
Viel belebter ist der Aussichtspunkt an der Nordküste, den man nach Meinung vieler unbedingt gesehen haben muss: der Mirador del Río. Dort ist es nicht nur sehr voll, man muss auch noch Eintritt bezahlen. Unserer Meinung nach ist es nach deiner Vulkanwanderung am besten, einfach am Mirador vorbeizufahren und von dort aus die Küstenstraße in Richtung Süden zu nehmen. So genießt du dieselbe Aussicht – ganz umsonst.
Haría ist ein charmantes Dörfchen im Norden von Lanzarote. Schlendere durch die engen Gassen und genieße einen Happen oder ein Getränk in einem der kleinen Restaurants rund um die Plaza León y Castillo, wo alte Bäume für den nötigen Schatten sorgen. Je näher du Haría kommst, desto mehr Palmen siehst du. Das Dorf liegt schließlich im fruchtbaren „Tal der tausend Palmen“. Vor allem im Frühling bilden Haría und seine Umgebung eine grüne Oase inmitten der schwarzen Lava.
Auch hier weht der Geist von César Manrique, denn er lebte hier bis zu seinem Tod und sein Grab befindet sich auf dem städtischen Friedhof. Sein Wohnhaus ist ein Museum, aber es unterscheidet sich stark von der Fundación in Tahiche. Es ist, als wäre der Künstler nur kurz weg und könnte jeden Moment zurückkommen, denn alles wurde im Originalzustand belassen.
Südlich von Haría schlängelt sich die wunderschöne, kurvenreiche Straße LZ-10 hinauf nach Teguise. In einer der Haarnadelkurven gibt es einen besonderen Aussichtspunkt. Pass gut auf, denn bevor du dich versiehst, bist du schon daran vorbeigefahren. Wenn du aus Richtung Haría kommst, siehst du in der Kurve gleich hinter dem Schild „km18“ ein weißes Haus. Dort befindet sich eine gläserne Plattform, die über das Tal hinausragt: der Mirador de Malpaso. Es gibt einen kleinen Parkplatz mit Platz für nur vier Autos. Der Aussichtspunkt ist von 11:00 bis 15:00 Uhr geöffnet.
Teguise ist die ehemalige Hauptstadt von Lanzarote. Sie wurde so weit von der Küste entfernt erbaut, weil die Insel oft von Piraten überfallen wurde. Es ist ein nettes Städtchen mit weiß getünchten Häusern, aber am Markttag (Sonntag) wird es von Touristen überrannt, die mit großen Bussen aus den Ferienanlagen dorthin gebracht werden.
Auch hier hat der unvermeidliche Manrique einen Steinbruch in Angriff genommen und in ein faszinierendes Museum verwandelt: Lagomar. Es ist ein Labyrinth aus Höhlen, Tunneln und Gärten. Die gewundenen weißen Mauern bilden einen Kontrast zu den Vulkangesteinen, dem üppigen Grün und den blauen Wasserflächen. Der Legende nach gehörte es einst dem Schauspieler Omar Sharif, allerdings nur für einen Tag, da er es bei einem Kartenspiel an den Mann verlor, der es ihm gerade erst verkauft hatte. Ob das stimmt? Sharif hatte jedenfalls eine schwere Spielsucht…
Die absolute Nummer 1 unter den Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote ist der Parque Nacional de Timanfaya, der den Südwesten der Insel einnimmt. Dort brachen vor fast dreihundert Jahren plötzlich Vulkane aus, die sechs Jahre lang ihre Lava ausspuckten. Das Ergebnis ist eine Landschaft aus Kratern und beeindruckenden Vulkanfelsen. Die Rauheit des Geländes, die Vielfalt der Farben, die Silhouetten der Vulkane und die zerklüftete Küstenlinie – all das macht Timanfaya außergewöhnlich schön.
Die „Ruta de los Volcanes“ ist eine etwa vierzehn Kilometer lange Straße durch das Kerngebiet, wo es unter der Oberfläche immer noch sehr heiß ist. Diese Strecke durch die „Montañas del Fuego“ darfst du nicht selbst befahren. Du kannst am Besucherzentrum an der LZ-67 parken und dann in einen Bus einsteigen. Achtung: Es ist die Top-Attraktion von Lanzarote und in der Hochsaison extrem überlaufen. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass Autos auf der Hauptstraße eine Stunde lang im Stau stehen, um in den Park zu gelangen. Dennoch ist die Bustour die einzige Möglichkeit, die einzigartigen Orte dieses Vulkangebiets zu sehen, und für viele Menschen der Höhepunkt ihres Besuchs auf Lanzarote. Du kannst in Erwägung ziehen, den Mietwagen stehen zu lassen und für diese Attraktion einen Ausflug zu buchen. Tourbusse haben nämlich Vorrang vor PKWs!
Um zwei weitere Vulkane zu besteigen, musst du dich nicht vor dem Besucherzentrum anstellen. Zur Caldera Blanca fährst du zum Parkplatz etwas westlich von Mancha Blanca. Die Wanderung führt zunächst am kleineren Montaña Caldereta vorbei und dann zum Krater der Caldera Blanca, der einen Durchmesser von sage und schreibe 1200 Metern hat. Starte früh mit dieser Wanderung, um den größten Andrang zu vermeiden.
Die Wanderung zur Caldera de los Cuervos ist einfacher. Um zu diesem Vulkan zu gelangen, kannst du neben der LZ-56 südlich von Mancha Blanca parken. Im Gegensatz zu vielen anderen Vulkanen auf Lanzarote kannst du hier direkt durch den Krater laufen. Vom Kraterrand führt ein leicht abfallender Pfad auf die andere Seite.
Im Südwesten des Timanfaya-Parks kannst du mit deinem Mietwagen eine dreieckige Route fahren. Wähle kurz hinter Yaiza die LZ-704 und dann die LZ-703 entlang der Küste. Vom Gipfel des El Nesto aus hast du einen schönen Blick über die Vulkanlandschaft. Weiter geht’s vorbei an der Montaña El Golfo und dem gleichnamigen Strand aus schwarzem Vulkansand. Den kannst du übrigens nur von oben bewundern, denn der Weg hinunter ist instabil. Vom Aussichtspunkt Charco de Los Clicos aus siehst du einen schwarzen Lavastrand, hinter dem sich eine grüne Lagune, der Lago Verde, erstreckt. Weiter südlich lohnt es sich, die Brandung an der felsigen Küste von Los Hervideros zu beobachten. Achtung: Die LZ-703 zwischen Los Hervideros und La Hoya wurde 2021 wegen Instabilität gesperrt. Laut Plan sollen die Reparaturarbeiten bis 2025 abgeschlossen sein, aber überprüfe vor Ort, ob die Straße wieder befahrbar ist. Falls nicht, bleibt dir keine andere Wahl, als denselben Weg zurück nach Yaiza zu nehmen.
Von Yaiza aus gelangst du bequem zu einigen der schönsten Strände an der Küste von Lanzarote, aber schau dir zuerst das Weinanbaugebiet La Geria an. Der Weinanbau auf der Insel erfolgt auf eine Weise, die du sonst nirgendwo siehst. Die Reben stehen in einer Mulde, die mit kleinen Lavasteinchen gefüllt ist, die Feuchtigkeit gut speichern können. Die Nordseite der Mulde ist mit einer kleinen Mauer aus größeren Steinen umgeben, um die Pflanzen vor den Passatwinden zu schützen.
Die Hauptstraße LZ-30 führt quer durch dieses Weinanbaugebiet und du kannst verschiedene Bodegas besuchen. Die Weine werden kaum exportiert, da die Einheimischen fast die gesamte Produktion selbst trinken. Du findest also so gut wie nie Weine aus Lanzarote außerhalb der Insel selbst. Eine einmalige Gelegenheit also, sie direkt vor Ort zu probieren! Neben Weinen verkaufen manche Bodegas auch andere regionale Produkte, wie zum Beispiel Ziegenkäse.
Wer seinen Urlaub auf Lanzarote verbringt, hat eine große Auswahl an Stränden. Von goldgelben Sandstränden über Küstenabschnitte aus schwarzer Lava bis hin zu kleinen Buchten mit Kieselsteinen. Die Strände in der Nähe der großen Touristenorte sind natürlich ziemlich überlaufen, aber wenn du ein Auto gemietet hast, kannst du ganz einfach zu ruhigeren Stränden fahren. Wir haben hier einige der besten Strände auf Lanzarote für dich zusammengestellt.
Playa de Papagayo (plus kleine Buchten in der Umgebung)
Vom großen Kreisverkehr nördlich von Castillo del Aguila führt ein sechs Kilometer langer unbefestigter Weg zum Parkplatz am Playa de Papagayo. Eigentlich ist das der Zugang zu insgesamt sechs Stränden im Naturschutzgebiet Los Ajaches. Papagayo ist der belebteste Strand und im Sommer sogar sehr voll, aber es gibt noch andere Buchten in der Nähe. Je weiter nach rechts (vom Ende der Straße aus gesehen), also je weiter nach Norden, desto ruhiger wird es.
Caletón Blanco
Auf der anderen Seite von Lanzarote, bei Órzola an der Nordküste, findest du Caletón Blanco, einen Strand mit feinem Sand und Lavafelsen. Einige dieser Blöcke sind halbkreisförmig angeordnet (genau wie im Weinanbaugebiet La Geria), um dich vor dem Wind zu schützen. So schön der Strand auch ist, hat die Nordküste den Nachteil, dass es dort oft stark weht. Dafür kannst du aber die hohen, brechenden Wellen genießen.
Caleta de Famara
Apropos Wellen. Bist du ein Surfer? Dann ist der Strand von Famara an der Nordwestküste genau der richtige Ort für dich. Im Dorf gibt es Surfshops und -schulen, sodass du problemlos Ausrüstung ausleihen oder Surfkurse buchen kannst. Mit deinem Mietwagen kannst du bis ganz in die Nähe dieses Strandes fahren. Die Umgebung mit den steilen schwarzen Klippen ist ebenfalls wunderschön. Aussichtspunkte auf diesen Felsen sind von der Panoramastraße LZ-10 (siehe oben) aus gut erreichbar.
Playa del Risco
Das ist zweifellos der am schwersten erreichbare Strand auf Lanzarote, weshalb er oft fast menschenleer ist. Der Weg beginnt an der LZ-202, von wo aus du über eine kleine Schotterpiste zu einem Parkplatz fährst. Lass nichts Wertvolles in deinem Mietwagen zurück! Diese Schotterpiste führt zu einem Aussichtspunkt, von dem aus du einen schönen Blick auf die kleine Insel La Graciosa hast. Ab dort ist der Weg unbefestigt und führt im Zickzack steil bergab. Wenn du nicht besonders fit bist, wirst du es auf dieser Wanderung wahrscheinlich schwer haben, aber du wirst mit dem feinsten Sand und der schönsten Aussicht belohnt.
La Graciosa
Die kleine Insel, die wir oben schon erwähnt haben, kannst du nicht mit einem Mietwagen erreichen, aber wenn du auf der Suche nach schönen Stränden bist, ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert. Fähren nach La Graciosa legen in Órzola ab, und es gibt auch Tagesausflüge mit Booten, die einen Strand wie Playa Francesca anlaufen. Etwas ruhiger geht es am wunderschönen Playa de las Conchas zu. An der Nordküste der kleinen Insel siehst du bizarre Formationen aus Basaltblöcken, darunter natürliche Brücken: Los Arcos de los Caletones.
Auf Lanzarote herrscht das ganze Jahr über angenehmes Wetter. Für manche sind die Sommermonate zu warm, aber dank des Windes fühlt es sich fast nie wirklich heiß an. Derselbe Wind sorgt dafür, dass es im Norden der Insel im Allgemeinen etwas kühler ist und etwas mehr Regen fällt als im Süden. Das macht sich vor allem im Winter bemerkbar, wenn es im Süden bis zu fünf Grad wärmer sein kann als im Norden. Richtig kalt wird es nie, und die Wintermonate sind daher eine prima Zeit, wenn du Lanzarote ohne Touristenmassen erleben möchtest. Allerdings können dann einige Hotels und Restaurants geschlossen sein.
Autofahren auf Lanzarote ist ganz einfach. Die meisten Straßen sind in gutem Zustand und die Beschilderung ist gut. Auf dieser wunderschönen Insel liegt die größte Gefahr in der Ablenkung durch die beeindruckende Landschaft aus erstarrter Lava und Vulkanen. Man neigt schnell dazu, langsam zu fahren, aber das nervt die Einheimischen, die auf dem Weg zur Arbeit sind. Außerdem ist Lanzarote eine beliebte Fahrradinsel. Nicht nur Touristen genießen Lanzarote auf zwei Rädern, sondern auch die Einheimischen (vor allem am Wochenende). Lass Radfahrern beim Überholen reichlich Platz. Denk auch daran, dass Radfahrer bergab hohe Geschwindigkeiten erreichen können.
Von Playa Blanca ist es nur eine kurze Überfahrt nach Corralejo auf Fuerteventura. Verlockend, die Überfahrt mit deinem Mietwagen zu machen? Leider erlauben die meisten Vermieter nicht, dass du ihr Auto auf die Fähre mitnimmst, und wenn doch, verlangen sie meist, dass du den Mietwagen wieder auf Lanzarote abgibst. Wenn du Lanzarote mit Fuerteventura kombinieren möchtest, ist es viel besser, auf beiden Inseln jeweils ein Auto zu mieten. Denn vergiss nicht, dass eine Überfahrt mit der Fähre als Fußgänger deutlich günstiger ist, als wenn du ein Auto mitnimmst.
Welche Versicherung sollte ich wählen und was hat es mit der Kaution auf sich? Lesen Sie unsere Artikel mit nützlichen Informationen und Tipps, um sicherzustellen, dass Sie sich für den richtigen Mietwagen entscheiden.