Die Hauptstadt Sloweniens ist nicht groß (etwa 300.000 Einwohner), kann sich aber in Sachen Lebendigkeit und Gemütlichkeit mit viel größeren Städten messen. Ljubljana hat nur einen Nachteil: Man bricht sich fast die Zunge, wenn man den Namen ausspricht. Der Name leitet sich vom slowenischen Wort „ljub“ ab, was „lieben“ bedeutet. Ljubljana steht also für einen „geliebten Ort“. Und das trifft voll und ganz auf diese Stadt zu, die wunderschön am Fluss Ljubljanica liegt. Das Zentrum ist eine herrliche Mischung aus Barock-, Jugendstil- und Art-déco-Gebäuden. Zwischen dem Fluss und dem Hügel, auf dem eine Burg aus dem 15. Jahrhundert thront, verläuft die Straße Stari trg mit historischen Häusern und Geschäften.
Im reichen kulturellen Erbe von Ljubljana spielen Drachen eine Hauptrolle. Der Überlieferung zufolge gründete der griechische Held Jason an dieser Stelle eine Siedlung, nachdem er mit seinen Argonauten einen Drachen besiegt hatte. Viel plausibler ist jedoch, dass die Drachen mit der Legende von Sankt Georg und dem Drachen in Verbindung stehen. Wie dem auch sei, das Fabelwesen begegnet dir überall. So ziert dieses ikonische Wesen das Stadtwappen, und auf der berühmten Drachenbrücke bewachen gleich vier Drachen die Überquerung des Flusses.
Du solltest dir auf jeden Fall ein paar Tage Zeit nehmen, um den einzigartigen Charme der Stadt zu genießen, aber danach ist es Zeit, mit einem Mietwagen loszufahren. Ljubljana mag zwar die Hauptstadt Sloweniens sein, doch die Seele des Landes findest du außerhalb der Stadt, in den Dörfern und Städtchen auf dem Land. Dort findest du die slowenischen Traditionen und die Folklore: von traditioneller Musik und Tanz bis hin zu kulinarischen Köstlichkeiten und Festen, deren Wurzeln weit in die Geschichte zurückreichen. Im Folgenden beschreiben wir eine Rundreise durch Slowenien, aber da Ljubljana im geografischen Zentrum des Landes liegt, kannst du die schönsten Sehenswürdigkeiten auch ganz einfach auf Tagesausflügen von der Hauptstadt aus erreichen.
Die Seele Sloweniens findest du vor allem im Osten des Landes. Um die freundlichen, gastfreundlichen Slowenen kennenzulernen, fährst du mit deinem Mietwagen von Ljubljana aus zunächst etwa siebzig Kilometer in Richtung Südosten. Du gelangst dann nach Novo Mesto, dem kulturellen Herzen der Region Dolenjska. Das Stadtzentrum liegt auf einem Felsen, um den der Fluss Krka herumfließt. Schon in der späten Bronzezeit war dieser Ort besiedelt, und so wurden in und um Novo Mesto zahlreiche Überreste aus dieser Zeit gefunden, darunter sogenannte Situla (Bronze-Eimer und -Fässer). Die Höhepunkte dieser archäologischen Funde sind im Dolenjski-Museum ausgestellt, wo auch Ausstellungen der jüngeren Geschichte dieser Region gewidmet sind.
Von Novo Mesto aus kannst du verschiedene Wanderrouten erkunden, unter anderem entlang der Krka, durch Dörfer, über ländliche Pfade und vorbei an zahlreichen Hügeln voller Weinberge. Etwa eine Viertelstunde Fahrt nordöstlich der Stadt liegt das einzige Wasserschloss Sloweniens auf einer kleinen Insel im Fluss: Grad Otočec. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert ist heute ein Luxushotel und beherbergt zudem eines der renommiertesten Restaurants des Landes. Es gibt zwei Holzbrücken, die die kleine Insel mit dem Festland verbinden, und du kannst einfach mit deinem Mietwagen darüber fahren.
Fahre mit deinem Mietwagen von Novo Mesto aus Richtung Süden und du gelangst nach Bela Krajina (Weiße Landschaft), dessen Name auf die zahlreichen Birkenstämme verweist, die dort wachsen. Es ist eine der kulturell einzigartigsten Regionen des Landes und für die Slowenen selbst ein beliebtes Ziel für einen Wochenendausflug. Das liegt vor allem am Fluss Kolpa, dessen Wasser relativ warm ist und in dem man herrlich schwimmen kann. Dieser Fluss bildet die Grenze zu Kroatien, sodass du die Grenze schwimmend überqueren kannst! Außerdem kannst du auf Traktorreifen treiben, Kajak fahren, Kanu fahren oder raften. Letzteres wird für erfahrene Rafter allerdings nicht aufregend genug sein, da der Fluss hier nicht besonders wild ist.
Auf halbem Weg zwischen den Orten Semič und Gradac findest du die Quelle eines weiteren Flusses, der Krupa (izvir reke Krupe). Es ist ein bezaubernder Ort, an dem mehrere Quellen an einer dreißig Meter hohen Felswand heraufsprudeln. Ein idealer Ort für ein Picknick am Ufer des smaragdgrünen Quellsees. Die Stromschnellen im kleinen See kannst du von der darüber liegenden Hängebrücke aus gut beobachten.
Im Sommer finden in verschiedenen Orten dieser Region zahlreiche Festivals statt, darunter das älteste Folklorefestival Sloweniens, Jurjevanje, in der Kleinstadt Črnomelj. Es dauert fünf Tage und findet im Juni statt.
Slowenien ist ein sehr grünes Land, mehr als die Hälfte der Fläche ist von Wäldern bedeckt. Außerdem findest du hier einige der ältesten Urwälder Europas, wie zum Beispiel den Rajhenav-Wald auf einem Karstplateau östlich der Kleinstadt Kočevje. Seit mehr als einem Jahrhundert wird der Wald aus Kiefern und Buchen – darunter einige riesige Fichten – völlig in Ruhe gelassen, sodass die Natur ihren Lauf nehmen kann. Dort leben unter anderem Bären, Wölfe und Luchse. Um ihn zu schützen, ist der Urwald selbst nicht zugänglich, aber es gibt einen langen Wanderweg durch die umliegenden Wälder mit einer Gesamtlänge von sechzig Kilometern. Für die schönsten Erlebnisse buchst du am besten einen Führer: Es gibt verschiedene geführte Wanderungen, bei denen du viel über die einzigartigen Eigenschaften dieses Waldgebiets erfährst. Und du kannst sogar auf den Spuren wilder Braunbären wandeln!
Von Kočevje aus gibt es außerdem ausgewiesene Mountainbike-Strecken, und im Rudniško jezero, einem alten, mit Wasser gefüllten Kohlebergwerk, kannst du schwimmen.
Auch unter der Erde hat Slowenien einiges zu bieten – im ganzen Land gibt es Tausende von Höhlen. Die bekanntesten sind die Höhlen bei Škocjan und bei Postojna. Die meisten Besucher Sloweniens besuchen nicht beide, sondern entscheiden sich für eines der beiden Höhlensysteme. Škocjan ist wilder und erfordert etwas mehr Anstrengung: Dort musst du ziemlich steile Treppen hinaufsteigen. In den Höhlen von Postojna bringt dich ein kleiner Zug tief in die Tropfsteinhöhle, sodass du ganz entspannt die bizarren Formationen aus Stalagmiten und Stalaktiten in verschiedenen Farben, die riesigen Hallen und die unterirdischen Seen genießen kannst. Das macht Postojna auch gleich zu einem der meistbesuchten Höhlensysteme der Welt, während es in Škocjan ruhiger zugeht. Egal, für welche Höhle du dich entscheidest, wir empfehlen dir, die Tickets im Voraus online zu kaufen.
Einen Besuch in Postojna kannst du ganz einfach mit einer Führung durch die Burg Predjama verbinden, die nur neun Kilometer entfernt liegt. Es liegt versteckt im Eingang einer großen Höhle, auf halber Höhe einer hohen Klippe, und war daher eine uneinnehmbare Festung. Es ist die größte Höhlenburg der Welt und war im 15. Jahrhundert die Heimat des Räuberhauptmanns Erazem. Hinter der mittelalterlichen Burg befindet sich ein Netz aus geheimen Tunneln, von denen aus er zu seinen Raubzügen aufbrach. In der Höhle unter der Burg lebt eine Fledermauskolonie.
Slowenien hat zwar nur eine kurze Küstenlinie (insgesamt etwa 45 Kilometer), aber was für wunderschöne Städtchen liegen dort an der Adria! Da wäre zunächst das kleine, aber umwerfende Juwel Piran. Trotz seiner bescheidenen Größe hat das Städtchen genug zu bieten, um dich einen ganzen Tag lang zu beschäftigen. So wird der Tartinijev Trg sogar als der schönste Platz in ganz Slowenien bezeichnet. Auf dem Platz selbst und in den umliegenden Gassen wimmelt es nur so von Restaurants, Bars, Cafés und Terrassen. Mach einen Spaziergang entlang der Stadtmauern von Piran, deren älteste Teile aus dem siebten Jahrhundert stammen. Von den Mauern aus kannst du die dreieckige Form der Stadt deutlich erkennen. Auch der Glockenturm (eine Nachbildung des Campanile in Venedig) beim Duomo di San Giorgio am Wasser bietet einen schönen Blick über Piran und das Meer. Parke deinen Mietwagen in einem der Parkhäuser rund um die Altstadt. Die Preise sind zwar etwas hoch, aber es gibt keine andere Wahl. Das Parken in der Altstadt ist den Einwohnern und Lieferanten vorbehalten. Glaub bloß nicht, dass du deinen Mietwagen dort parken kannst, denn dann riskierst du ein Bußgeld.
Ganz in der Nähe von Piran liegt ein moderner Badeort mit dem poetischen Namen Portorož (Rosenhafen). Schon seit Jahrhunderten ziehen die Thermalbäder Besucher an. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die heilenden Eigenschaften der örtlichen Schlamm- und Salzwasserbäder allgemein bekannt. In einem der Spas kannst du herrlich entspannen. Außerdem kannst du rund um Piran schöne Spaziergänge unternehmen, zum Beispiel entlang der Klippen an der Küste im Naturpark Strunjan. Der Abschnitt am Strunjan Beach kann sehr voll sein, aber je weiter du dem Küstenweg folgst, desto ruhiger (und schöner) wird es. Weitere historische Städtchen an der slowenischen Küste sind Izola und Koper.
Wenn du von Piran aus durch Westslowenien nach Norden fährst, kommst du durch das Vipava-Tal. Dort herrscht ein mildes Mikroklima, weshalb es als Obstkammer Sloweniens gilt. Es werden vor allem Pfirsiche, Aprikosen und Feigen angebaut. Und nicht zu vergessen die Trauben, denn das Tal ist auch für seine hochwertigen Weine bekannt. Das Vipava-Tal eignet sich hervorragend, um Outdoor-Aktivitäten – Wandern, Radfahren, Klettern oder Paragliding – mit köstlichem Essen und Trinken zu verbinden. Auch hier mangelt es nicht an alten Städtchen, zum Beispiel Vipavski Križ, das zwar nur aus wenigen Häusern besteht, aber von mächtigen mittelalterlichen Mauern umgeben ist. Die römische Festung Castra in Ajdovščina ist ebenfalls einen Besuch wert.
Das Tor zum Vipava-Tal ist Nova Gorica. Fahre mit deinem Mietwagen etwas nördlich davon über die Brücke über den Fluss Soča. Von dort hast du einen fantastischen Blick auf eine alte Steinbogenbrücke daneben, die noch immer von der slowenischen Eisenbahn genutzt wird. In den Sommermonaten fährt an den Wochenenden ein Dampfzug über diese Brücke.
Fahre weiter flussaufwärts entlang der Soča und du gelangst in das Städtchen Tolmin, das vor allem für die gleichnamige Schlucht bekannt ist. Es ist keine besonders lange Schlucht, aber eine der schönsten in Slowenien. Zwischen den hohen Felswänden der Tolmin-Schlucht verläuft ein Wanderweg, den du in einer Richtung über Treppen, kleine Brücken und kurze Tunnel zurücklegst. Unterwegs genießt du das tosende, blaue Wasser des Flusses zwischen zerklüfteten, grün bewachsenen und bewaldeten Felsen sowie außergewöhnlichen Naturphänomenen. So ist zum Beispiel einst ein großer Felsbrocken heruntergestürzt, der nun zwischen zwei Felswänden festklemmt. Er sieht ein bisschen aus wie der Kopf eines Bären und wird daher auch „Bärenkopf“ (Medvedova glava) genannt. Am Ende der märchenhaften Schlucht steigst du über Stufen hinauf und läufst über die Teufelsbrücke, die sechzig Meter über dem Fluss schwebt. Anschließend wanderst du auf der öffentlichen Straße zurück zum Parkplatz.
An der West- und Nordseite von Tolmin kannst du deinen Mietwagen kostenlos auf P3 und P2 parken. Im Sommer bringt dich ein Shuttlebus zum Eingang der Schlucht. Außerhalb der Hochsaison sind es vom Parkplatz P2 aus fünfzehn Minuten zu Fuß. Ganz in der Nähe des Eingangs gibt es auch einen Parkplatz (P1), der jedoch kostenpflichtig ist. Die Tolmin-Schlucht liegt im Süden eines Nationalparks rund um den Berg Triglav, aber fahr nach deinem Besuch in der Schlucht erst mal ins Schlaraffenland Sloweniens:
Wenn du von Tolmin aus über die G102 nach Westen fährst, kommst du in die Weinregion Brda. Die idyllische Hügellandschaft erinnert ein wenig an die Toskana, und genau wie in dieser italienischen Region siehst du hier Weinberge, so weit das Auge reicht, unterbrochen von kleinen Kirchdörfern. Natürlich kannst du einen der Weingüter besuchen, um alles über die besonderen Weine aus Brda zu erfahren und sie zu probieren. Einen leckeren Wein mit einem Essen kombinieren, bei dem du dir die Finger ablecken wirst? Dafür musst du nach Kobarid fahren. Das bescheidene Städtchen steht ganz oben auf der kulinarischen Landkarte und dort findest du unter anderem ein Restaurant mit drei Michelin-Sternen.
Eigentlich solltest du den Mietwagen mal für einen Tag stehen lassen, denn dieses Weinanbaugebiet lädt dazu ein, es mit dem (Elektro-)Fahrrad zu erkunden. Zum Beispiel vom charmanten Städtchen Šmartno aus, das im Herzen des Weinanbaugebiets liegt. Man sieht noch gut, dass dieses winzige Städtchen auf einem Hügel früher eine Festung war. Schau dir mal den Glockenturm der Kirche an – der war im späten Mittelalter ein Wachturm.
Im nördlichen Teil von Brda kommen Naturliebhaber voll auf ihre Kosten. Dort findest du eine Schlucht, die vom Bach Kožbanjček geformt wurde, mit Stromschnellen, Wasserfällen, Wasserbecken und einer natürlichen Brücke (naravni most) namens Krčnik. Etwas nördlich des Dorfes Hruševlje ist dieses Ausflugsziel deutlich ausgeschildert. Der Weg zum Flussbett ist allerdings ziemlich schmal.
Je weiter du nach Norden fährst, desto schöner werden der Fluss und die Umgebung. Das Soča-Tal ist das wichtigste Outdoor-Reiseziel in Slowenien. Auf dem smaragdgrünen Fluss kannst du verschiedene Wassersportarten ausüben, wie Rafting, Kajakfahren, Kanufahren, Stand-up-Paddling und natürlich Schwimmen und Angeln. Eine Erkundungstour durch eine der vielen Höhlen und Schluchten (Canyoning) gehört ebenfalls zu den Möglichkeiten. Außerdem gibt es Seilrutschen über das Tal und du kannst dort paragleiten. Zudem gibt es unzählige Rad- und Wanderwege entlang der Ufer der Soča. Einige dieser Routen führen an den stillen Zeugen des Ersten Weltkriegs vorbei (Schützengräben, Stellungen und Bunker), als der Fluss eine Frontlinie war.
Ein guter Ausgangspunkt für viele dieser Aktivitäten ist Bovec. Der Ort liegt zwar nicht direkt am Fluss, aber es gibt viele Anbieter von Wassersportaktivitäten. Das gilt übrigens für viele Orte entlang des Oberlaufs der Soča. Denk aber daran, dass der Wasserstand relativ hoch sein muss, damit eine Rafting-Tour ein bisschen spannend wird. Die besten Chancen dafür hast du im Frühling. Für ein schönes Canyoning-Abenteuer darf der Wasserstand hingegen nicht zu hoch sein, daher sind Sommer und Herbst besser geeignet.
In Bovec findest du einen der größten Seilrutschenparks Europas. Über zehn Seilrutschen mit einer Gesamtlänge von gut drei Kilometern schwebst du über ein Tal zwischen zwei über 2000 Meter hohen Bergen, dem Rombon und dem Kanin.
Die Soča entspringt in den Julischen Alpen, dem nördlichen Teil Sloweniens, der an Italien und Österreich grenzt. Es wird dich nicht überraschen, dass du dort die höchstgelegene Straße des Landes findest, auf gut zweitausend Metern über dem Meeresspiegel. Den Mangart-Pass kannst du von Bovec aus erreichen, musst aber wieder dieselbe Strecke (R902) zurückfahren, da es sich um eine Sackgasse handelt. Fahre mit deinem Mietwagen von Bovec aus über die R203 nach Norden. Kurz vor der italienischen Grenze gibt es eine Abzweigung zum Mangart. Zwei Kilometer nach dieser Abzweigung befinden sich Schranken, an denen du eine „Ökosteuer“ zahlen musst. Hier wird auch die Anzahl der Autos reguliert, die auf der Straße fahren dürfen.
Es ist eine wunderschöne Strecke durch ein enges Tal, im ersten Teil mit dichten Wäldern und, je höher man kommt, kahlen alpinen Felsen. Die Straße ist durchgehend asphaltiert, aber sehr schmal, was das Vorbeifahren an Gegenverkehr erschwert. Neben scharfen Haarnadelkurven führt die Straße durch drei schmale Tunnel. Auf dem höchsten Abschnitt (2055 Meter) fährst du eine Runde und hast einen phänomenalen Blick auf die schroffen Berge und Schluchten. Natürlich musst du kurz aussteigen, dann kannst du tief unten den blauen Lago del Predil in Italien sehen. Diese Tour kannst du nur zwischen Mai und November machen, und auch innerhalb dieses Zeitraums kann die Straße gesperrt werden, wenn die Wetterbedingungen zu gefährlich sind.
Die Strecke von Bovec nach Bled beträgt zwar nur gut achtzig Kilometer, und doch wirst du dafür locker mehr als zwei Stunden brauchen. Du fährst nämlich über eine wunderschöne, aber kurvenreiche Bergstraße (die R206) mit nicht weniger als fünfzig Haarnadelkurven. Schnell fahren ist hier also nicht drin, aber die herrliche Umgebung genießen umso mehr. Die Kurven sind nummeriert, von Nummer 50 bei Trenta (Parkplatz am Eingang zum Triglav-Nationalpark) bis Nummer 1 in der Nähe von Kranjska Gora. Kurz hinter diesem Ort kannst du die Wasserfälle am Fluss Martuljek besuchen. Es gibt zwei davon: den unteren Wasserfall (spodnji slap) und den oberen Wasserfall (zgornji slap). Park deinen Mietwagen auf dem öffentlichen Teil des Parkplatzes beim Triangel Hotel und lauf eineinhalb Kilometer zum unteren Wasserfall. Der obere Wasserfall ist viel beeindruckender, aber der Weg dorthin ist schwieriger und erfordert anstrengendes Klettern. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, schon allein deshalb, weil viel weniger Leute zu diesem zweiten Wasserfall laufen. Viel leichter zu erreichen ist der Wasserfall Peričnik, der etwas weiter entfernt liegt. Folge dafür vom Ort Mojstrana aus den Schildern ins Vrata-Tal. Nach etwa fünf Kilometern gibt es einen Parkplatz und du musst nur noch ein kurzes Stück zum Wasserfall laufen. Hier kann es ziemlich voll sein, aber es ist trotzdem ein besonderes Erlebnis, weil du unter dem Wasserfall hindurchlaufen kannst. Im Winter ist der Wasserfall zugefroren: ein spektakulärer Anblick!
Von Mojstrana sind es nur noch 25 Kilometer bis nach Bled am gleichnamigen See, der für seine idyllische kleine Kirche mitten im Wasser bekannt ist. Der See ist ein Top-Reiseziel in Slowenien für in- und ausländische Touristen – wenn du also Ruhe suchst, solltest du ihn lieber meiden. Rund um den gesamten See verläuft ein sechs Kilometer langer Wander- und Radweg. Am Nordufer kannst du die Burg auf einer 130 Meter hohen Klippe nicht übersehen. Grad Blejski stammt aus dem elften Jahrhundert und beherbergt ein Museum, eine Kapelle und einen großen Weinkeller. Es versteht sich von selbst, dass die Aussicht von den Zinnen fantastisch ist.
Auf dem Weg zum Peričnik-Wasserfall fährst du durch einen schönen Mischwald aus Buchen, Fichten und Kiefern, entlang des kristallklaren Baches Triglavska Bistrica. Du befindest dich dann bereits im Triglav-Nationalpark, benannt nach dem höchsten Gipfel Sloweniens, dem Berg Triglav (2864 m). Der Name bedeutet „dreiköpfig“ und der Berg ist ein nationales Symbol, das unter anderem auf der slowenischen Flagge zu sehen ist.
Entlang der Straße durch das Vrata-Tal ragen die Felswände des Tals schnell empor, vor allem auf der rechten Seite. Je tiefer du ins Tal vordringst, desto wilder wird die linke Seite mit hoch aufragenden, zerklüfteten Klippen. Nach einer Weile siehst du eine riesige Wand durch und über den Wald hinweg. Das ist die mächtige Nordwand des Triglav. Obwohl er bei weitem nicht der höchste Gipfel der Alpen ist, gehört der Triglav doch zu den imposantesten, da er hoch über seine Umgebung hinausragt. Am Ende der asphaltierten Straße befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem du deinen Mietwagen abstellen kannst. Von hier aus führen verschiedene Wanderwege rund um den Berg. Für einen noch besseren Blick auf den Triglav läufst du fünf Minuten zum Denkmal für gefallene Partisanen (partizanom gornikom), die in den Bergen kämpften: ein riesiger Kletterstift.
Die Tour zum Gipfel des Triglav ist nur für erfahrene Bergsteiger mit ausgezeichneter Kondition geeignet. Obwohl einige Routen am Anfang recht einfach sind, ist der letzte Abschnitt zum höchsten Punkt besonders anstrengend. Der Aufstieg dauert mindestens zwei Tage, aber wenn du es gemächlich angehen lassen willst, solltest du dir drei Tage Zeit nehmen. Vom Vrata-Tal aus nehmen die meisten Leute die sogenannte Tominšek-Route hinauf und die Prag-Route, um wieder abzusteigen und zum Parkplatz zurückzukehren.
Südwestlich des Triglavs liegt die Pokljuka-Hochebene: herrlich ländlich mit traditionellen Bauerndörfern und Bergwiesen und von Touristen kaum besucht. Dort kannst du wunderschöne Touren unternehmen, aber aufgrund der abgelegenen Lage dieser Region brauchst du unbedingt einen Mietwagen, um die bewaldete Karsthochebene zu erkunden.
Wenn du keinen Trubel magst, solltest du Bled lieber links liegen lassen und eine halbe Stunde weiter zum Bohinj-See fahren. Dort ist es deutlich ruhiger und wirkt auf jeden Fall ländlicher: Es gibt viel weniger Bebauung und das Wasser ist von grünen Wäldern umgeben. Hier kannst du viele Wassersportarten ausüben, wie Segeln, Kajakfahren, Kanufahren, Stand-up-Paddling und Schwimmen, aber bei ruhigem Wetter kannst du auch von den umliegenden Bergen aus paragleiten. Wenn dir das etwas zu abenteuerlich ist, fährst du mit einer kleinen Seilbahn hinauf auf den Berg Vogel. Im Winter ist das ein Skigebiet. Westlich des Sees kannst du den Savica-Wasserfall besuchen. Parke deinen Mietwagen beim gleichnamigen Restaurant. Von dort sind es nur zwanzig Minuten zu Fuß zum Wasserfall.
Die Rückfahrt von Bohinj nach Ljubljana geht am schnellsten über Bled, aber schöner ist die kurvenreiche Strecke über die R403.
Das slowenische Autobahnnetz ist relativ neu und gut gepflegt. Auch andere Hauptstraßen sind in gutem Zustand, nur in einigen abgelegenen Gegenden gibt es auch schlechtere Straßen. Autofahren in Slowenien ist im Allgemeinen einfach und viel praktischer, als sich auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlassen. Staus kommen, außer rund um die Hauptstadt, so gut wie gar nicht vor. Allerdings kann es aufgrund von Wetterbedingungen zu Problemen kommen, vor allem in Bergregionen. Dafür gibt es eine sehr praktische Website, auf der du die aktuelle Lage auf den Straßen abrufen kannst: www.promet.si (auf Englisch).
Die meisten Autos, die du in Slowenien mietest, sind bereits mit einer Vignette ausgestattet, die du für die Fahrt auf den Autobahnen benötigst. Überprüfe das zur Sicherheit bei der Abholung deines Mietwagens.
Slowenien ist ein atemberaubendes, malerisches und freundliches Land. Und obwohl es recht klein ist (maximal etwa 120 Kilometer von Norden nach Süden und etwa 250 Kilometer von Osten nach Westen), lässt sich Slowenien am besten mit einem Mietwagen erkunden. So holst du viel mehr aus deinem Urlaub heraus, als wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist. So fährst du mit einem Mietwagen in gut anderthalb Stunden von der Hauptstadt in den Südosten des Landes, während ein langsam fahrender Zug dafür locker drei Stunden brauchen kann.
Hinzu kommt, dass du mit einem Mietwagen unterwegs anhalten kannst, wo immer du willst – und das wirst du in dem unglaublich grünen und abwechslungsreichen Slowenien oft tun. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, lässt du dich ganz leicht von all dem Schönen überraschen, das das Land zu bieten hat. Achte aber darauf, dass du ein Auto mit ausreichender Motorleistung mietest, da du viel in den Bergen fahren wirst. Die Nachfrage nach Mietwagen in Slowenien ist groß, vor allem in den Sommermonaten, aber auch Frühling und Herbst werden immer beliebter. Reserviere deinen Mietwagen daher rechtzeitig im Voraus online.
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